Bertelsmann Stiftung

Liz Mohn: Unternehmenskultur entscheidender Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb
Internationale Konferenz der Bertelsmann Stiftung auf der EXPO 2000 in Hannover

Hannover (ots) - Eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur wird im globalen Wettbewerb des 21. Jahrhunderts immer mehr zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Dies ist das Fazit einer Konferenz der Bertelsmann Stiftung auf der Expo 2000 in Hannover. "Nur wenn sich die Mitarbeiter ganz mit ihrer Aufgabe und ihrer Firma identifizieren, können unsere Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen", sagte Liz Mohn, Mitglied im Beirat der Bertelsmann Stiftung. Der Kampf um die weltweit kreativsten Köpfe sei bereits in vollem Gange, unterstrich Liz Mohn den hohen Stellenwert der betrieblichen Personalarbeit: "Wir achten dabei nicht nur auf erstklassige Noten und Abschlüsse. Von gleichrangiger Bedeutung ist, ob sich die jungen Leute in der Kultur unseres Unternehmens zurechtfinden." Neben Vorbildfunktion und fachlicher Kompetenz gehörten Haltung, Gerechtigkeitsgefühl, Kommunikationsfähigkeit, Urteilsfähigkeit und Geradlinigkeit zu den wichtigsten Charaktereigenschaften zukünftiger Führungskräfte. Auch für Professor Hermann Simon, Unternehmensberater und Vorsitzender der Geschäftsführung von Simon, Kucher & Partners Strategy & Marketing Consultants, Bonn, ist die internationale Unternehmenskultur zunehmend entscheidend. Er kritisierte die meist wirtschaftlich geprägte Sicht des Begriffs der Globalisierung. "Die kulturelle und geistige Integration hinkt dabei der Internationalisierung der äußeren Gegebenheiten hinterher. Wir sind weit von einer Globalisierung der Köpfe und Herzen entfernt. Deshalb liegt hier die größte Herausforderung", so Simon. Bei der Globalisierung gehe es nicht mehr primär um Standorte, niedrige Kosten oder staatlichen Einfluss. In der Informationsgesellschaft spiele der Wettbewerb um Wissen und Talente eine entscheidende Rolle. "Es versteht sich, dass die Unternehmenskultur in diesem Kontext eine herausragende Bedeutung spielt. Firmen, die eine stark durch nationale Eigenheiten geprägte Kultur aufweisen, tun sich bei der Gewinnung ausländischer Absolventen extrem schwer", erläuterte Simon. Als Beispiel nannte er die Weihnachtsfeier seines Unternehmens, die bis vor zwei Jahren noch eindeutig christlich ausgerichtet gewesen sei. "Wir haben in unserem Kreis jedoch Angehörige jüdischen, moslemischen und shintoistischen Glaubens. Auf Wunsch einiger Mitarbeiter gestalten wir die Feier inzwischen neutraler als früher", so Simon. An der Konferenz nahmen 150 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft teil. Darunter die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, der ehemalige israelische Botschafter Avi Primor, der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, Thomas Middelhoff, der Vorstandsvorsitzende der Preussag AG, Michael Frenzel, sowie der Publizist Peter Scholl-Latour. ots Originaltext: Bertelsmann Stiftung Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen an: Martin Spilker, Telefon: 0 52 41 / 40 283 Original-Content von: Bertelsmann Stiftung, übermittelt durch news aktuell

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