Bertelsmann Stiftung

Bertelsmann Stiftung und Bundeskriminalamt kooperieren beim Jugendschutz im Internet
Filter sollen rechtsextremistische Inhalte ausblenden

Gütersloh (ots) - Das Bundeskriminalamt (BKA) stellt der Bertelsmann Stiftung seine "Negativliste" von Websites mit rechtsextremen Inhalten zur Verfügung. "Mit diesen Adressen sind wir unserem Ziel, die gesellschaftliche Verantwortung im Internet zu sichern, deutlich näher gekommen", sagt Mark Wössner, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung. Die Liste des BKA werde in das Filtersystem der Internet Content Rating Association (ICRA) integriert. ICRA (www.icra.org) wurde als unabhängige Non-Profit-Organisation 1999 von der Bertelsmann Stiftung sowie führenden Internet- und Technologieunternehmen wie AOL, Microsoft, IBM und T-Online gegründet. "Wir wollen Eltern helfen, ihre Kinder besser vor rechtsextremistischen Inhalten im Internet zu schützen, deshalb begrüßen wir die Initiative der Bertelsmann Stiftung sehr", sagt Leo Schuster, Direktor beim BKA. Mit dem ICRA-Filtermodell wird zum ersten Mal ein System geschaffen, mit dem auch für den deutschen Sprachraum jugendgefährdende und extremistische Internet-Inhalte gezielt ausgeblendet werden können. Dr. Marcel Machill, Projektleiter Medienpolitik der Bertelsmann Stiftung: "Eltern können so das Risiko, dass ihre Kinder auf schädliche Seiten stoßen, minimieren. Gleichzeitig verhindern wir staatliche Zensur im Internet, denn es bleibt den Eltern überlassen, ob sie das Filtersystem aktivieren." Das besondere an dem Filtersystem: Anbieter von Internetseiten klassifizieren ihre Inhalte selbst - so wie ein Lebensmittelhersteller auf der Packung angibt, welche Zutaten in seinem Produkt sind. Das Ergebnis der Klassifikation wird in ein elektronisches Etikett "gegossen", das beim Internet-Surfen von den gängigen Browsern gelesen werden kann. Wichtige Ergänzung zu dieser Selbstklassifizierung sind "Negativlisten", wie sie jetzt das Bundeskriminalamt einbringt. "So kann das Filtersystem auch Schutz vor in der Regel besonders problematischen Anbietern gewährleisten, die ihre Seiten nicht selbst klassifizieren", erläutert Machill. Erstmals präsentiert wird das Filtersystem am 8. September 2000 auf einer Konferenz der Bertelsmann Stiftung. Rund 80 Vertreter gesellschaftlich relevanter Gruppen aus aller Welt, wie z.B. Kirchen, Gewerkschaften, Kinderschutzorganisationen, Jugendhilfeeinrichtungen oder Medienaufsichtsbehörden, kommen dabei in Gütersloh zusammen und beraten über ihre Mitwirkung an dem ICRA-Filtersystem, das laufend verfeinert und weiterentwickelt wird: Im Frühjahr 2001 wird Eltern eine ganze Bibliothek an Filteroptionen zur Verfügung stehen. Weitere Informationen zum 1999 begonnenen Projekt "Jugendschutz und Selbstregulierung im Internet" finden sich unter unter www.bertelsmann-stiftung.de/internetcontent. ots Originaltext: Bertelsmann Stiftung Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen an: Dr. Marcel Machill, Telefon: 0 52 41 / 81-7350, E-Mail: Marcel.Machill@Bertelsmann.de Literaturhinweis: Jens Waltermann & Marcel Machill (Hrsg.): Verantwortung im Internet. Selbstregulierung und Jugendschutz. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung 2000 Original-Content von: Bertelsmann Stiftung, übermittelt durch news aktuell

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