Bertelsmann Stiftung

Deutschland in der Beschäftigungspolitik nur noch "Zweite Liga" - Erfolge auf dem Arbeitsmarkt lediglich konjunkturell bedingt

    Gütersloh (ots) -

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    Bundesrepublik belegt im aktuellen Ranking der Bertelsmann Stiftung im Vergleich der 21 wichtigsten Industrienationen nur noch Rang 15

    Trotz leichter Entspannung auf dem Arbeitsmarkt fällt Deutschland in der Beschäftigungspolitik im Vergleich der 21 wichtigsten Industrienationen immer weiter zurück. Dies ist das besorgniserregende Ergebnis des vierten internationalen Beschäftigungs-Rankings der Bertelsmann Stiftung, das alle zwei Jahre veröffentlicht wird. In der heute von den Wirtschaftswissenschaftlern Ulrich van Suntum und Martin Kröger vorgelegten Studie, mit der die nachhaltigen Fortschritte im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit verglichen werden, musste Deutschland mit dem Abstieg auf Platz 15 den größten Positionsverlust unter den betrachteten Ländern hinnehmen. Sechs der sieben letzten Rankingplätze werden von Ländern der Europäischen Währungsunion belegt.

    An der Spitze des Beschäftigungs-Rankings der Bertelsmann Stiftung liegen unverändert

    Japan, die Schweiz und Norwegen. Das obere Mittelfeld bilden die Niederlande (mit dem größten Sprung nach vorn), die USA, Österreich, Neuseeland, Portugal, Australien und Großbritannien. Zum unteren Mittelfeld gehören Dänemark, das deutlich verbesserte Irland, Kanada, Schweden und Deutschland. Hinten rangieren Belgien, Frankreich, Italien und Finnland vor den abgeschlagenen Schlusslichtern Griechenland (erstmals im Ranking berücksichtigt) und Spanien.

    "Während Deutschland zu Beginn der 90er Jahre noch zu den vergleichsweise erfolgreichen Ländern gezählt werden konnte, spielen wir inzwischen bestenfalls noch in der ,Zweiten Liga'", sagte Ulrich van Suntum bei der Vorstellung des neuen Beschäftigungs-Rankings. Anders als in vielen Konkurrenzländern seien hierzulande die notwendigen Reformen auf den Arbeitsmärkten, in der Steuerpolitik und bei der Neuordnung der Sozialversicherungssysteme noch nicht vorangekommen. Die zuletzt beobachtete Belebung auf dem Arbeitsmarkt sei keine Trendwende, sondern überwiegend  konjunkturell bedingt.

    Als Hauptprobleme in Deutschland bezeichnete der Wirtschaftswissenschaftler die vergleichsweise hohe Langzeitarbeitslosigkeit und den schwächsten mittelfristigen Beschäftigungszuwachs im Vergleich aller untersuchten Länder. In den Jahren 1998 und 1999 sei die Zahl der Erwerbstätigen nur um 0,4 bzw. 0,2 Prozent angestiegen. Die Niederländer hätten dagegen Werte von 3,0 bzw. 2,5 Prozent erreichen können. Auch die Arbeitslosenquote sei mit 9,1 Prozent immer noch die sechsthöchste aller Industrienationen. Hinzu komme eine unverändert überdurchschnittliche Staatsquote und - vor allem in den neuen Bundesländern - eine anhaltende Investitionsschwäche.

    Das internationale Beschäftigungs-Ranking der Bertelsmann Stiftung analysiert zum vierten Mal die mittelfristige Arbeitsmarktentwicklung in den 21 wichtigsten Industrieländern. Ziel der Untersuchung ist es, Unterschiede im beschäftigungspolitischen Erfolg der Länder aufzudecken und zentrale Einflussfaktoren zu identifizieren, die für diese Differenzen verantwortlich sind. Dabei werden unter die Lupe genommen: der Investitionsanteil am Sozialprodukt, die Staatsquote, der Aktivitätsgrad der Arbeitsmarktpolitik, die Langzeitarbeitslosenquote, die Streikhäufigkeit sowie der Anteil an Teilzeitbeschäftigung und die Entwicklung der Lohnstückkosten.

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