Bertelsmann Stiftung

Zu wenig Flüssigkeitszufuhr kann Verwirrungszustände hervorrufen
Expertenkommission der Bertelsmann Stiftung: ältere Menschen trinken häufig nicht genug

Gütersloh (ots) - Zu wenig Flüssigkeitszufuhr kann bei älteren Menschen zu Bewusstseinsstörungen führen. Darauf wies Prof. Michael P. Manns von der Medizinischen Hochschule Hannover auf einer Sitzung der Expertenkommission Ernährung und Gesundheit in Gütersloh hin, zu der Liz Mohn von der Bertelsmann Stiftung eingeladen hatte. Mit einer regelmäßigen und ausreichenden Zufuhr von Flüssigkeit seien Verwirrungszustände häufig vermeidbar. Empfohlen werden täglich mindestens 1,5 Liter Wasser zusätzlich zur festen Nahrung - am besten in Form von ungesüßten Kräuter- und Früchtetees, Mineralwasser oder Saftschorle. Bei Menschen, die unzureichend trinken, sinke das Blutvolumen, erläuterte der Mediziner. Durchblutungsstörungen des Gehirns würden so verschärft und zu Verwirrungszuständen führen. Ältere Menschen seien aus mehreren Gründen gefährdet: Ganz generell nehme das Durstgefühl ab. Verstärkt werde dies noch durch Depressionen, wie sie durch Einsamkeit und Isolation hervorgerufen werden. Außerdem würden diesem Personenkreis häufig harn-treibende Medikamente verordnet, z.B. Saluretika und Diuretika gegen Bluthochdruck und Herzinsuffizienz. Manche ältere Menschen würden sich in einem regelrechten Teufelskreis befinden, berichtete Prof. Manns: Durch eine leichte Bewusstseinseinschränkung werde das Durstgefühl schwächer. Dadurch wiederum würden sie noch weniger trinken mit der Folge, dass sich die Bewusstseinseinschränkung verstärkt. "Nicht selten kommen Patienten mit schweren Verwirrungszuständen in das Krankenhaus", so Manns. "Wenn ihnen dann ein bis drei Liter Flüssigkeit durch Infusionen verabreicht werden, verbessert sich ihr geistiger Zustand erheblich." Die Flüssigkeit müsse allerdings langsam zugeführt werden, um die Bildung von Ödemen zu vermeiden. Die Teilnehmer der Sitzung regten an, ältere Patienten beim Hausarzt und bei Krankenhausaufenthalten regelmäßig zu wiegen. Dadurch ließe sich das Körpergewicht einfach dokumentieren ohne die Patienten durch aufwändige Laboruntersuchungen zusätzlich zu belasten. Auf Basis der Daten könne der behandelnde Arzt - wenn nötig - neben der Therapie einer Akuterkrankung auch eine Mangel- oder Fehlernährung behandeln. Gerade diese Begleittherapie führe häufig zu einer erheblichen Verbesserung des Gesamtzustandes. ots Originaltext: Bertelsmann Stiftung Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen an: Anke von Hollen, Telefon: 0 52 41 / 81 74 387 Original-Content von: Bertelsmann Stiftung, übermittelt durch news aktuell

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