Bertelsmann Stiftung

Deutsches Rentensystem braucht dringend einen Kapitalstock
Bertelsmann Stiftung: Weltweiter Trend zur Kapitalbildung in der Altersvorsorge darf nicht verschlafen werden

Gütersloh/Berlin (ots) - Der konsequente Aufbau eines Kapitalstocks in der Altersvorsorge ist dringend erforderlich. Zu diesem Ergebnis kamen die Teilnehmer einer internationalen Expertenkonferenz der Bertelsmann Stiftung über "Kapitalgedeckte Elemente in der Alterssicherung" in Berlin. Vertreter namhafter Wirtschaftsforschungsinstitute aus 15 OECD-Ländern, die im "Reformmonitor"- Netzwerk der Bertelsmann Stiftung zusammengeschlossen sind, diskutierten dort über grundlegende Weichenstellungen in der Altersvorsorge. Gary Burtless von der US-amerikanischen Brookings Institution sagte: "In den USA hat die gesetzliche Rentenversicherung mit Rückstellungen in Höhe der Rentenausgaben für 2,3 Jahre ein Kapitalpolster angesammelt, das über 30 mal so hoch liegt wie in Deutschland." Das Kapitalpolster der gesetzlichen Rentenversicherung in der Bundesrepublik reiche noch nicht einmal für die Rentenausgaben eines Monates aus. Ob der notwendig rasche Aufbau eines Kapitalstockes innerhalb der klassischen Rentenversicherung erfolge oder durch private Anbieter geleistet werde, sei eine hiervon unabhängige Entscheidung. Nach Auffassung der Expertenrunde habe man bei allen Vorteilen privater Anbieter das Problem der hohen Verwaltungskosten bei individueller Vorsorge noch nicht im Griff. Internationale Erfahrungen zeigten, dass in diesem Punkt kollektive Ansätze noch immer überlegen seien. Auch die Ergebnisse des "Internationalen Reformmonitors" der Bertelsmann Stiftung weisen darauf hin, dass die Einführung und Ausgestaltung kapitalgedeckter Elemente den Schwerpunkt bei der Reform von Rentensystemen darstellt - innerhalb wie außerhalb der gesetzlichen Rentenversicherung. Der Reformmonitor berichtet halbjährlich zeitnah über die wichtigsten sozial-, arbeitsmarkt- und tarifpolitischen Reformen in 15 OECD-Ländern. Die zweite deutsche Ausgabe ist soeben erschienen und unter www.reformmonitor.org im Internet verfügbar. ots Originaltext: Bertelsmann Stiftung Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen an: Andreas Esche, Johannes Leinert , Telefon: 0 173 / 5 45 20 73 Original-Content von: Bertelsmann Stiftung, übermittelt durch news aktuell

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