Bertelsmann Stiftung

Deutschland auch nach der Unternehmenssteuerreform 2001 nicht in der Spitzengruppe
Bertelsmann Stiftung legt Ergebnisse einer international vergleichenden Studie vor

Berlin (ots) - Die für das Jahr 2001 vorgesehene Reform der Unternehmensbesteuerung bringt Deutschland im internationalen Standortwettbewerb nicht in die Spitzengruppe der für Investitionen besonders attraktiven Länder. Auch nach der Reform bleiben die Kapitalkosten und Durchschnittssteuersätze hierzulande deutlich höher als in Großbritannien, Dänemark und den Niederlanden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des renommierten Institute for Fiscal Studies (IFS), die im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellt wurde. Die Ergebnisse der Studie, die auch die Steuerbelastung in den USA, Frankreich und Japan unter die Lupe nimmt, werden der Öffentlichkeit heute in Berlin auf einer Fachkonferenz vorgestellt. Dabei sollen sowohl Befürworter der Reform, wie die Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, Dr. Barbara Hendricks, als auch Kritiker wie Prof. Dr. Peter Bareis von der Universität Hohenheim zu Wort kommen. Um zu beurteilen, wie investitionsfreundlich das Steuersystem eines Landes insgesamt ist, werden in der IFS-Studie die Kapitalkosten und die effektiven Durchschnittssteuersätze verglichen. Dabei schneidet Deutschland in der gegenwärtigen Situation schlecht ab: Die Kapitalkosten sind höher als in jedem anderen der untersuchten Länder. Bei den effektiven Durchschnittssteuersätzen wird Deutschland nur noch von Japan übertroffen. Die von der Bundesregierung geplante Reform der Unternehmensbesteuerung würde nach den Ergebnissen der britischen Wissenschaftler die Steuerbelastung in Deutschland immerhin dem internationalen Niveau annähern. Im Ergebnis dürfe man sich daher ein höheres Investitionsvolumen und damit auch neue Arbeitsplätze versprechen. Besonders bemerkenswert an der Studie ist, dass die britischen Wissenschaftler in einigen Punkten zu anderen Ergebnissen kommen als deutsche Steuerexperten. Zum Beispiel haben die Forscher des Institute for Fiscal Studies keine Bedenken gegen die geplante Änderung bei der Besteuerung von Dividenden, während viele deutschen Kollegen verteilungspolitische Vorbehalte haben. Auch die unter deutschen Steuerexperten umstrittene Absicht der Regierung, einbehaltene Unternehmensgewinne steuerlich günstiger zu behandeln als Dividenden, wird von den britischen Wissenschaftlern befürwortet. ots Originaltext: Bertelsmann Stiftung Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen an : Thorsten Wenzel, Telefon: 0 52 41 / 81-74 342 Die Studie kann im Internet unter folgender Adresse abgerufen werden: http://www.bertelsmannstiftung.de/publika/download/index_wirtsch.htm Original-Content von: Bertelsmann Stiftung, übermittelt durch news aktuell

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