Bertelsmann Stiftung

Wettbewerb soll Finanzämter effizienter und bürgernäher machen
Bertelsmann Stiftung befragt Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine

Gütersloh (ots) - Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine in Bayern und Sachsen sind alles in allem mit den Finanzämtern zufrieden: In einer Befragung geben sie den Behörden die Durchschnittsnote 2,47. Die Untersuchung ist Teil eines 1998 von der Bertelsmann Stiftung initiierten Leistungsvergleichs zwischen zehn Finanzämtern in Sachsen und Bayern. In dem bis 2001 angelegten Projekt wird geprüft, wie sorgfältig die Finanzämter Aufträge erfüllen, wie wirtschaftlich sie arbeiten und wie zufrieden Kunden und Mitarbeiter sind. Ziel ist es, langfristig die Effizienz und Bürgernähe der Ämter zu steigern. Besonders gut beurteilten die rund 600 befragten Steuerexperten das Verhalten der Finanzbeamten, die Verständlichkeit der Schreiben und Steuerbescheide sowie die fachliche Qualität des Veranlagungsbereichs und der Rechtsbehelfsstelle (Noten von 2,1 bis 2,4). Verbesserungspotenziale lassen sich dagegen bei der Beanstandungspraxis, der Bearbeitungsdauer von Steuererklärungen und Einspruchsverfahren und der einheitlichen Rechtsanwendung erkennen - hier vergaben die Steuerberater nur Noten im Bereich "befriedigend". Die Unterschiede der Beurteilungen der bayerischen und der sächsischen Finanzämter sind gering. "Die Befragung der Steuerexperten ist für den Leistungsvergleich besonders wichtig", sagt Henrik Riedel von der Bertelsmann Stiftung. Fachleute, die mit einer Vielzahl von Steuererklärungen aus unterschiedlichen Finanzämtern zu tun haben, könnten die Leistung einer Behörde besonders umfassend und zutreffend bewerten. Die Ergebnisse der Befragung sollen im weiteren Verlauf des Projekts Verbesserungen in den Finanzämtern anregen. An ersten Maßnahmen arbeiten die Behörden bereits: Eingehende Erklärungen sollen noch gleichmäßiger bearbeitet und die Steuerberater noch umfassender informiert werden. Außerdem sollen zusätzliche Fachbesprechungen eingeführt werden, damit die einheitliche Rechtsanwendung weiter verbessert wird. Nach einer erfolgreichen Erprobung des Leistungsvergleichs in den sächsischen Finanzämtern Chemnitz-Süd, Dresden III, Görlitz und Mittweida sowie den bayerischen Ämtern in Ansbach, Dachau, Forchheim, Memmingen, Schwandorf und Wolfratshausen soll das Verfahren auf alle Finanzämter in den beiden Bundesländern ausgedehnt und in Eigenregie weitergeführt werden. Inzwischen wenden auch Thüringen und Rheinland-Pfalz den Leistungsvergleich zwischen Finanzämtern an. Die Stiftung Warentest hat den Vergleichsgedanken ebenfalls aufgenommen und die Leistungen von insgesamt 16 Finanzämtern in deutschen Großstädten gegenübergestellt (siehe Finanztest 3/2000). Ähnlich wie bei der Befragung der Bertelsmann Stiftung erhielten die meisten Ämter die Noten gut oder befriedigend - es gab aber auch Ausreißer nach oben und unten. Deutlich wurde, dass es gerade in Großstadt-Finanzämtern schwierig ist, die richtige Balance zwischen einer wirtschaftlichen Bearbeitungsweise und einer zu akribischen Prüfung zu finden. ots Originaltext: Bertelsmann Stiftung Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen an: Henrik Riedel, Telefon: 0 52 41 / 81-7278 Original-Content von: Bertelsmann Stiftung, übermittelt durch news aktuell

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