Bertelsmann Stiftung

Studium online - Deutschlands Universitäten müssen sich sputen
Expertenkreis von Bertelsmann Stiftung und Heinz Nixdorf Stiftung diskutiert über den multimedialen Bildungsmarkt der Zukunft

"Bereits in fünf Jahren wird mindestens die Hälfte aller Studenten an virtuellen Hochschulen studieren", prognostiziert der Medien- und Bildungsexperte Peter Glotz auf einer zweitägigen Konferenz der Bertelsmann Stiftung und der Heinz Nixdorf Stiftung in Gütersloh. Der Multimedia-Einsatz werde für die deutschen Universitäten angesichts wachsender Konkurrenz privater Anbieter zur Überlebensfrage. Schon heute gehen viele ausländische Studierende lieber in die USA als nach Deutschland: Nach einer internationalen Recherche der Boston Consulting Group im Auftrag der Stiftungen hätten sich bei freier Wahl des Studienlandes nur 42 Prozent der in der Bundesrepublik studierenden Ausländer für deutsche Universitäten entschieden. 30 Prozent wären lieber in die USA gegangen. Ein wichtiges Argument für die Studenten sind die herausragenden Multimedia-Angebote vieler US-Universitäten, ist Mark Wössner, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung überzeugt: "Die für die Studenten attraktivsten Universitäten arbeiten konsequent mit neuen Technologien." Diskussionsgrundlage der Konferenz bilden Positionspapiere eines Expertenkreises unter der Leitung von Peter Glotz. Danach wird sich der globale Bildungsmarkt in den nächsten Jahren radikal verändern: Mit Hilfe von Online-Bildungsanbietern durchsuchen Lernende der Zukunft das Internet nach weltweit angebotenen Kursen und Abschlüssen. Darüber hinaus treten virtuelle Hochschulen und Firmenuniversitäten in einen intensiven Wettbewerb mit den klassischen Hochschulen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen diese den Multimedia-Einsatz unbedingt vorantreiben, empfehlen die Fachleute. Der Expertenkreis forderte auf der Konferenz auch eine Finanzierungsstrategie für den Einsatz neuer Medien an den deutschen Hochschulen. Pro Studiengang müsse mit einer Investition von mehreren Millionen Mark gerechnet werden. "Das verlangt unternehmerisches Denken der Universitäten und setzt eine nationale Strategie von Bund, Ländern, Hochschulen und Industrie voraus", so Peter Glotz. Zu der Konferenz sind rund 70 Politiker, Professoren und Wirtschaftsführer gekommen, darunter Gabriele Behler vom Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung aus Nordrhein-Westfalen, Jürgen Zöllner, Minister für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung aus Rheinland-Pfalz, Klaus von Trotha, Minister für Wissenschaft und Kunst aus Baden-Württemberg, Siegmar Mosdorf, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Klaus Landfried, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz sowie der Vorsitzende von IBM Deutschland, Erwin Staudt. Die Positionspapiere des Expertenkreises sind nachzulesen in der Studie "Studium online. Hochschulentwicklung durch neue Medien", ISBN 3-89204-483-X. Sie kann bei der Bertelsmann Stiftung per e-mail unter petra.niemann@bertelsmann.de oder per Fax unter 0 52 41 / 81 95 31 zum Preis von 20 Mark bestellt werden. ots Originaltext: Bertelsmann Stiftung Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen an: Ulrike Bentlage, Telefon: 0 52 41 / 81-72 85 Original-Content von: Bertelsmann Stiftung, übermittelt durch news aktuell

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