Bertelsmann Stiftung

"Libero der deutschen Demokratie"
Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt: Amt des Bundespräsidenten gewinnt an Gewicht

Berlin/Gütersloh (ots) - Das Amt des Bundespräsidenten wird an Bedeutung gewinnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. Ihr Autor, der Politikwissenschaftler Michael Jochum, hat knapp vier Jahre lang im Auftrag der Stiftung den ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog bei dessen Arbeit aus nächster Nähe beobachtet. Das Ergebnis ist der nun vorliegende Vergleich von Potenzial, Ideal und Praxis des höchsten Staatsamtes. Einen Hauptgrund für den Bedeutungszuwachs des Präsidenten sieht Jochum im "ungebremsten Triumphzug der Medien". Durch ihn hätten sich Politiker nachhaltig verändert. "Aus Politik ist Psychologie geworden: Mächtig ist der, der es dank geschickter Symbolik schafft, in den Köpfen und Herzen der Bürger Sichtweisen zu erzeugen und sie dadurch zu einem bestimmten Verhalten animiert", so Michael Jochum. Über diese Art von Macht verfüge auch und gerade der Bundespräsident. Er sei vor allem dort gefragt, wo andere Politiker Wünsche offen lassen. Seine Hauptaufgabe sei gleichzeitig Integration und Meinungsführung. Anschaulich könne der Bundespräsident als "Libero der deutschen Demokratie" bezeichnet werden. "Ein guter Libero muss überall spielen können - im linken Mittelfeld, aber im Zweifel auch halbrechts. Wenn Not am Mann ist, darf er sich sogar als Ausputzer nicht zu schade sein", so Jochum. Die Bevölkerung erwarte vom Bundespräsidenten in zunehmendem Maße Orientierung und Führung. ots Originaltext: Bertelsmann Stiftung Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Rückfragen an: Annette Heuser, Telefon: 0 52 41 / 81-72 65 Hinweis an Redaktionen: Die Studie "Worte als Taten - Der Bundespräsident im demokratischen Prozess der Bundesrepublik Deutschland" kann kostenlos bei der Bertelsmann Stiftung unter Fax: 0 52 41 / 81 95 31 angefordert werden. Original-Content von: Bertelsmann Stiftung, übermittelt durch news aktuell

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