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WDR-Intendant Tom Buhrow: "Sorgen derer, die sich von Europa abgewendet haben, ernst genug genommen?"

Köln/Berlin (ots) -

Bei der Eröffnung des WDR Europaforums am 1. Juni 2017 in Berlin hat 
WDR-Intendant Tom Buhrow deutlich gemacht, dass Europa vor enormen 
Herausforderungen stehe. Derzeit sei man aufgrund der Neuorientierung
der US-amerikanischen Politik unter Präsident Donald Trump gezwungen,
in Europa enger zusammenzurücken, wie dies Bundeskanzlerin Angela 
Merkel vor einigen Tagen klar gemacht habe. "Und das in einer Zeit, 
in der sich immer mehr Menschen in Europa Parteien zuwenden, die eine
Abkehr vom europäischen Gedanken propagieren", so Buhrow. Es gehe 
derzeit ein Riss durch die Gesellschaften Europas, und der Brexit sei
hierfür nur das sichtbarste Zeichen gewesen. In diesem Zusammenhang 
müssten sich auch Medien kritische Fragen gefallen lassen. "Haben wir
die Sorgen derer, die sich von Europa abgewendet haben, immer ernst 
genug genommen", fragte der WDR-Intendant. 

Sicher habe es in den vergangenen Monaten auch ermutigende Zeichen 
gegeben: etwa bei den Wahlen in Österreich, den Niederlanden und 
Frankreich, aber auch durch die Tatsache, dass viele junge Menschen 
für Europa auf die Straße gingen. Doch niemand dürfe aufatmen, denn 
der Denkzettel vieler Menschen bei den Wahlen scheine "in den 
Hierarchien noch immer nicht wirklich angekommen zu sein". Buhrow ist
überzeugt davon, dass schon bei den nächsten Wahlen das Pendel in 
eine andere, ungeliebte Richtung ausschlagen könne, wenn Europa die 
kritischen Stimmen nicht neu überzeugen könne.

Fotos unter ARD-Foto.de
 

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