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WDR Fernsehen: 100 Deutsche Jahre, Montag, 29. Juli 2002, 13.30 - 14.00 Uhr

    Köln (ots) -
    
    100 Deutsche Jahre
    Flimmerkisten
    Die Deutschen und das Fernsehen
    Film von Gerolf Karwarth
    
    Kaum ein technisches Gerät hat die Freizeitgewohnheiten der
Deutschen in diesem Jahrhundert so nachhaltig verändert wie das
Fernsehen.
    
    1928, auf der Berliner Funkausstellung, wird der "Sehrundfunk" zum
ersten Mal einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Schon wenige
Jahre später überträgt die Reichspost regelmäßig Versuchssendungen.
Der erste Programmhöhepunkt ist die Übertragung der Olympischen
Spiele 1936, live in die Berliner Fernsehstuben. Der
"Fernsehvolksempfänger" soll das Programm in die Wohnungen der
"Volksgenossen" bringen. Aber als der Krieg beginnt, wird die
Fernsehentwicklung für den privaten Gebrauch eingestellt.
    
    Am 25. Dezember 1952 startet im Westen das deutsche
Nachkriegsfernsehen. Aber noch sind die Geräte für viele Menschen zu
teuer, die ihr Geld so kurz nach dem Krieg lieber für wichtigere
Dinge ausgeben.
    
    Die Live-Übertragung der Krönungsfeierlichkeiten für Königin
Elisabeth II. von Großbritannien und des Endspiels der Fußball-WM
1954 verhelfen dem Fernsehen zum Durchbruch. Damit enden die Zeiten,
als man sich bei Freunden oder Bekannten einlud, um fernzusehen oder
sich die Nase an dem Schaufenster eines Fernsehfachgeschäfts
plattdrückte. Nun will man selber einen Apparat. 1957 wird in der
Bundesrepublik der millionste Fernsehzuschauer gezählt.
    
    Auch die Ostdeutschen verfallen der Magie des Mediums Fernsehen.
Auf Raten kann man dann den ersten selbstproduzierten Fernseher der
DDR, den Rembrandt, kaufen. Mit seiner Hilfe kann man auch einen
Blick in den Westen werfen.
    
    In den Siebziger Jahren gerät das Fernsehen im Westen in die
Kritik. Von der "Droge Fernsehen" ist die Rede, ein fernsehfreier Tag
in der Woche wird gefordert, Medienerziehung wird zu einem Thema.
Dennoch bleibt die Faszination des Mediums ungebrochen.
    
    Als in den Achtzigerjahren die privaten Fernsehanbieter über Kabel
oder Satellit in die Wohnzimmer kommen, orientiert sich das Programm
immer mehr an wirtschaftlichen Erwägungen und Einschaltquoten.
    
    Heute ist Fernsehen das mit Abstand bedeutendste Unterhaltungs-
und Informationsmedium. Schon Kleinkinder wachsen mit dem Fernseher
auf, und ein Leben ohne die Bilder aus der Flimmerkiste ist für die
meisten unvorstellbar geworden.
    
    Redaktion: Beate Schlanstein
    
ots Originaltext: WDR
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