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WDR Fernsehen, Dienstag, 04.Juni 2002, 21.05 Uhr
WDR-Magazin Dschungel: Lebensmittel - Krebs durch Pommes?

    Köln (ots) - Dass Fastfood nicht gerade als gesund gilt, hat sich
inzwischen herumgesprochen. Jetzt melden schwedische Wissenschaftler,
dass in Pommes Frites und Chips äußerst schädliche und krebserregende
Giftstoffe entdeckt wurden. Auch in Knäckebrot fanden die Forscher
der Universität Stockholm den Stoff Acrylamid, der als Krebs erregend
und Erbgut schädigend gilt. Ihr Fazit: werden stärkehaltige Produkte
mit Fett sehr heiß zubereitet, enthalten sie anschließend
überraschend hohe Konzentrationen von Acrylamid. Die schwedische
Lebensmittelbehörde erklärte, das von ihr angenommene Krebsrisiko
führe allein in Schweden statistisch zu "jährlich einigen hundert
Todesfällen". Nach Recherchen des WDR-Umweltmagazins DSCHUNGEL
handelt es sich um den bedeutsamsten Entdeckung bei Lebensmitteln
seit vielen Jahrzehnten
    
    Acrylamid ist als Produkt der chemischen Industrie seit
Jahrzehnten bekannt, sein Einsatz wird gesetzlich streng reguliert.
Die schwedische Lebensmittelbehörde fand jedoch in einer Vielzahl von
Produkten Acrylamid-Mengen, die alle vorhanden Grenzwerte um mehr als
das tausendfache überstiegen.
    
    Die Messergebnisse sind inzwischen auch von englischen
Laboratorien bestätigt worden.
    
    Das deutsche Verbraucherministerium versprach nun die Risiken zu
prüfen. "Man muss davon ausgehen, dass tatsächlich Acrylamid in den
fraglichen Lebensmitteln ist", sagte Dr. Dieter Arnold, Leiter des
Bundesinstituts für Verbraucherschutz gegenüber "Dschungel".
    
    Wegen ihrer deutlichen Warnung vor dem übermäßigen Verzehr dieser
Produkte waren die Schweden schon im eigenen Land heftig kritisiert
worden. Auch Wissenschaftler zweifelten die Befunde an. Das deutsche
Bundesinstitut für Verbraucherschutz organisierte kurzfristig eine
Expertenanhörung - doch auch die äußerte Zweifel und empfahl erst
einmal weitere Daten abzuwarten. Das Problem: der Stoff lässt sich in
Lebensmitteln nur mit sehr hohem Aufwand nachweisen Die Schweden
haben zwar ein praktikables Verfahren entwickelt. Dessen Details
werden aber erst in den kommenden Tagen publiziert.
    
    Das WDR-Umweltmagazin DSCHUNGel zeigt auch, dass man trotz
Hinweisen auf einen tatsächlich messbaren Zusammenhang zwischen dem
Verzehr entsprechender Produkte und Krebserkrankungen in der
Bevölkerung das Gesundheitsrisiko deutlich verringern kann, ohne ganz
auf Pommes, Chips, oder ähnliche Produkte verzichten zu müssen.
    
    
ots Originaltext: WDR
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