WDR Westdeutscher Rundfunk

Pleitgen kündigt gezielte Aktionen gegen Rechtsextremismus an
Prominente werben für Toleranz und friedliches Miteinander - Benefiz-Veranstaltung für Zwangsarbeiter

Köln (ots) - Angesichts des ausländerfeindlichen Klimas in Deutschland und rechtsradikaler Übergriffe in Ost und West hat Fritz Pleitgen eine langfristige Strategie gefordert. Zu oft schon sei das Thema in den Medien aufgegriffen und nach einiger Zeit wieder fallen gelassen worden, so der Intendant vor dem Rundfunkrat des Senders. Die Entwicklungen in diesem Bereich erforderten jedoch eine langfristige und kontinuierliche Beobachtung. Dies sei eine gesellschaftspolitische Aufgabe von hohem Rang. Der WDR als größter Sender der ARD habe die Verpflichtung, das nötige Know How und die erforderliche Kompetenz, um diesen Themenkomplex langfristig und nachhaltig zu verfolgen. Der Intendant kündigte die Gründung einer speziellen Redaktionsgruppe im WDR an. Deren Aufgabe sei es, alle mögliche Themen aus dem breiten Spektrum von Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit und Einwanderungspolitik auf entsprechende Sendungen hin zu entwickeln. Pleitgen wies auf die umfangreiche aktuelle Berichterstattung in Nachrichtensendungen und Magazinen hin. Die Situation mache es aber erforderlich, weitere Schritte in Angriff zu nehmen und auf eine größere Aufklärung in der Bevölkerung hinzuwirken. In diesem Zusammenhang kündigte Pleitgen neue Spots mit prominenten Köpfen in der ARD und dem WDR Fernsehen an, um zum Engagement gegen Gleichgültigkeit und Intoleranz aufzurufen. Im Hörfunk fördere der WDR mit "Funkhaus Europa" aktiv den Dialog und das friedliche Zusammenleben zwischen Ausländern und Deutschen. Die Themen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit spielten darüber hinaus in allen Hörfunkprogrammen des WDR eine wichtige Rolle. Auf große Resonanz sei beispielsweise eine Anrufaktion von Eins Live gestoßen, bei der junge Hörerinnen und Hörer ihre Erfahrungen mit rechter Gewalt geschildert hätten. WDR 2 sei seit Ende Juli mit rund 60 Beiträgen auf die rechtsradikalen Anschläge und Übergriffe eingegangen. In den nächsten Wochen würden weitere Akzente gesetzt. Pleitgen sprach sich für eine Beteiligung an einer IHK-Initiative zur Entschädigung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus. Gebührengelder könnten dafür nicht eingesetzt werden. Er werde aber den Aufsichtsrat der Werbetochter WWF bitten, sich anzuschließen. Auf Vorschlag des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Günter Grass habe er außerdem einer Benefiz-Veranstaltung zu Gunsten von Zwangsarbeitern im WDR zugestimmt. Pleitgen: "Es geht um Wiedergutmachung, es geht auch um das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland. Wenn die Bevölkerung und die Wirtschaft Flagge zeigen, dann können wir auch mithelfen." ots Originaltext: WDR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen: WDR-Pressestelle Gudrun Hindersin Telefon 0221/220-2407 Original-Content von: WDR Westdeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

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