WDR Westdeutscher Rundfunk

WDR Fernsehen, Sonntag 18. Juni 2000, 16.30 Uhr - 17.00 Uhr
Wiederholung, Donnerstag 22. Juni 2000, 08.30 Uhr - 09.00 Uhr

    Köln (ots) -
    
    Der Aachener Marienschrein
    Ein Film von Astrid Houben
    
    Der Marienschrein im Aachener Dom gehört zu den Meisterwerken
mittelalterlicher Goldschmiedekunst. Er entstand um das Jahr 1220 und
ist das kostbare Gefäß für die "Heiltümer", die Reliquien der
Diözese. Dazu gehören die Windel und das Lendentuch Jesu, das
Leinenkleid der Maria und das sogenannte Enthauptungstuch Johannes
des Täufers.
    
    Seit dem Jahr 1349 gibt es alle sieben Jahre die "Aachener
Heiligtumsfahrt". Pilger aus aller Welt kommen nach Aachen, um die
frommen, "heilenden und wundersamen" Textilien zu sehen. Sie werden
zwei Wochen lang im Dom gezeigt. Vom Mittelalter bis fast in die
Neuzeit konnten die Pilger die Reliquien sogar berühren, der
goldverzierte Eichenschrein wurde durch die Stadt getragen. Durch
diesen intensiven Gebrauch nahm die "Heilige Wäschetruhe" natürlich
schweren Schaden.
    
    Die feuervergoldeten Figuren und Schmuckelemente waren erheblich
beschädigt, so dass sie nicht nur restauriert, sondern auch
konserviert werden mussten. Und dies geschah in den letzten zehn
Jahren- ein Projekt von europäischem Rang, das höchste handwerkliche
Kunst mit stilsicherer Einfühlung aller Beteiligten verbindet.
    
    Im Auftrag des WDR wurden die Arbeiten in allen Phasen mit der
Kamera festgehalten.
    
    Die Dokumentation erzählt chronologisch die Geschichte dieses
einzigartigen Projekts, zeigt dabei die Schäden auf, die der Schrein
vor allem die silbernen Apostelfiguren im Laufe der Jahrhunderte
davongetragen haben, erklärt anhand von Rückblenden in
Archivaufnahmen, warum dies so war, und lässt die beteiligten
Handwerker auch einmal das kommentieren , was gerade an diesem
Schrein getan wird und warum etwas so getan werden musste. Jahr für
Jahr wird der Fortschritt der Arbeiten dokumentiert, bis der letzte
Silbernagel die goldene Säule neben der Marienfigur fixiert.
    
    Die Dokumentation beginnt mit den Szenen der "Heiligtumsfahrt",
die am 17. Juni 2000 aktuell noch gedreht werden und endet mit Szenen
aus dem Dom vom März 2000. In diesem Monat hatten
Gottesdienstbesucher die Möglichkeit, den Marienschrein in seinem
neuen Glanz zu bewundern.
    
    Redaktion: Manfred Höffken
    
ots Originaltext: WDR
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Tel. 0221 / 220 4607

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