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ARD-Wirtschaftsmagazin "plusminus" rechnet Zinsgarantie der Lebensversicherer nach - Irreführende Versprechen

Köln (ots) - Kunden von Lebensversicherungen werden mit dem fest zugesagten Mindestzins von 4% über die wirklich garantierte Rendite ihres Vertrages getäuscht. Die eingezahlten Raten verzinsen sich zum Teil nur mit 2% und noch weniger. Darüber berichtet das ARD-Wirtschaftsmagazin "plusminus" in seiner morgigen Sendung. (Dienstag, 22. Februar, um 21.55 Uhr im Ersten). Wie irreführend die Zinsgarantie von 4% ist, beweist eine Stichprobe unter zehn Verträgen: Die "plusminus"-Redaktion des Westdeutschen Rundfunks ermittelte bei identischem Garantiezins von 4% Unterschiede in der fest zugesagten Ablaufleistung von bis zu 24.000 Mark. Während das günstigste Unternehmen einem 35 Jahre alten Mann bei gleicher Versicherungsrate von 200 Mark monatlich nach 30 Jahren eine Auszahlung von 109.393 DM garantierte, waren es im schlechtesten Fall 85.491 DM. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erklärt solche Differenzen damit, dass nicht die gesamte Rate, sondern nur ein dem Kunden unbekannter Sparanteil garantiert mit 4% verzinst wird. Den Rest der Rate kalkulierten die Gesellschaften - und zwar in unterschiedlicher Höhe - als Kosten. Selbst auf der Internet-Seite des Verbandes fehlt aber ein Hinweis auf diese Berechnungsmethode. Dort heißt es, die Lebensversicherung "garantiert über die gesamte Laufzeit des Vertrages ein gute Mindestverzinsung (derzeit 4 Prozent)". Der Wirtschaftswissenschaftler und Versicherungsexperte Prof. Ulrich Meyer (Universität Bamberg) bezeichnete es gegenüber "plusminus" als "ziemlich einmalig im Bereich der seriösen Geldanlagen, dass eine Verzinsung garantiert wird, aber nicht gesagt wird, was eigentlich verzinst wird." Um die in den Kalkulationen der Versicherer versteckten Kosten transparent zu machen, fordert er die Angabe eines Effektivzinses, der sich auf die vom Kunden gezahlte Gesamtrate bezieht. Wie sich die Kosten auf die garantierte Rendite auswirken, zeigt die Stichprobe von "plusminus": Während der beste Vertrag eine so berechnete Effektivverzinsung von 2,7% bot, lag der ungünstigste bei 1,1%. Dennoch sieht die Versicherungswirtschaft keinen Anlass, die Kunden vor Vertragsabschluss genauer zu informieren. ots Originaltext: WDR Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de RückfragenAnnette Metzinger, WDR Pressestelle, Tel. 0221-220-2770 Detlef Flintz, Redaktion plusminus, Tel. 0179/5939488 Original-Content von: WDR Westdeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

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