Leipzig (ots) - Auch Babynahrung ist teilweise hoch mit Acrylamid
belastet, berichtet jetzt das ARD-Magazin Plusminus. In einigen
Gläschen mit Gemüse- und Kartoffelbrei für 4 bis 12-monatige Babys
fand das von Plusminus beauftragte Berliner Naturwissenschaftliche
Forschungs- und Umweltlabor (NAFU) erhebliche Mengen des bei
Tierversuchen krebsauslösenden Stoffes Acrylamid. In einem Babykeks
wurde sogar doppelt so viel Acrylamid gefunden wie in den meisten
Pommes frites enthalten ist. Andere Breie und Kekse waren dagegen nur
niedrig belastet.
Babys, die täglich mit stärker belastetem Brei und Keksen
gefüttert werden, können weit mehr Acrylamid mit ihrer Nahrung
aufnehmen als die meisten Erwachsenen. Der Sprecher der
Umweltkommission der Deutschen Kinderärzte, Professor Karl Ernst von
Mühlendahl aus Osnabrück rät in Plusminus allen betroffenen Eltern,
Nahrungsmittel die Acrylamid enthalten, durch solche zu ersetzen, die
das Gift nicht enthalten: "Kinder haben einen sich entwickelnden
Organismus, der besonders störanfällig ist. Wenn es geht, sollte man
Nahrungsmittel, die Acrylamid enthalten, durch andere ersetzen."
Plusminus hatte neun Gemüse- und Kartoffelbreie und sechs
Kinderkekse von acht Herstellern untersuchen lassen. Eigentlich
müsste Babynahrung frei sein von Acrylamid, denn sie wird - mit
Ausnahme der Kekse - gekocht. Acrylamid wurde bisher immer nur dann
nachgewiesen, wenn es sich um ein gebackenes oder frittiertes
Nahrungsmittel handelt wie Fritten, Chips oder Knäckebrot. Wie das
Nahrungsgift in gekochte Speisen kommt, dafür gibt es bislang keine
Erklärung. Acrylamid hat bei Tierversuchen Krebs verursacht, führende
Wissenschaftler gehen davon aus, dass Acrylamid auch bei Menschen
Krebs auslösen kann.
ots Originaltext: MDR
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