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MDR-Datenprojekt "Exakt - So leben wir!": Große Städte tun zu wenig für arme Kinder

Tina Witkowski hilft mit ihrem Verein KAHUZA in Halle Kindern aus benachteiligten Familien. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7880 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/MDR Mitteldeutscher Rundfunk/MDR/Ines Klein"

Leipzig (ots) - Bitte um Beachtung der Sperrfrist: Der folgende Text ist bei exakter Quellenangabe "MDR" ab Mittwoch, 23.08.2017, 05.00 Uhr freigegeben.

Die Stadt Halle in Sachsen-Anhalt engagiert sich in Mitteldeutschland am wenigsten für arme Kinder. Die Kommune geht aus einer Umfrage unter allen Stadtverwaltungen und Landratsämtern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen für die MDR-Reihe "exakt - So leben wir!" als doppeltes Schlusslicht hervor. Zu sehen ist die 2. Folge der Reihe mit dem Titel "Aufstieg oder Abstieg?" am Mittwoch, 23. August, um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen.

Demnach ist Halle die Stadt mit der höchsten Kinderarmutsquote und mit dem zugleich schlechtesten Angebot an kostenlosen Kinder- und Jugendzentren im Verhältnis zur Anzahl armer Kinder. In der Saalestadt lebten 2015 rund 11.570 Kinder (33,4 Prozent) in Elternhäusern mit Hartz-IV-Bezug. Diesen Kindern standen 16 Kinder- und Jugendzentren mit kostenlosen Freizeitangeboten zur Verfügung - eines für je 723 Kinder.

Auch in Magdeburg, Gera, Erfurt und Leipzig gibt es überdurchschnittlich viele armutsgefährdete Kinder pro Einrichtung mit Gratis-Freizeitangeboten. In Magdeburg beträgt der Anteil armer Kinder 29 Prozent. Dort kommen 380 Kinder auf einen Freizeittreff. In Gera mit einem Kinderarmutsanteil von rund 27 Prozent sind es sogar 587. In Erfurt sind es 334 Kinder und in Leipzig 333 pro Einrichtung. In diesen beiden Städten lebt rund jedes vierte Kind in Armut. Die Umfrageergebnisse zeigen auch hohe Defizite in einigen Landkreisen. So kommen im Landkreis Mansfeld-Südharz 492 Kinder auf ein Angebot (Armutsquote: 27 Prozent), im Kreis Altenburger Land 439 Kinder (Armutsquote: 22 Prozent) und im Unstrut-Hainich-Kreis sind es 632 Kinder pro Angebot (Armutsquote: 19 Prozent). In Mitteldeutschland teilen sich durchschnittlich 206 Kinder und Jugendliche eines der kostenlosen Freizeitangebote. Kinderarmut ist in Deutschland vor allem ein ostdeutsches Problem. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen liegt die Armutsquote bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr bei 18,4 Prozent, in ganz Ostdeutschland sogar bei 21,6 Prozent. In Westdeutschland fällt sie mit 13,2 Prozent niedriger aus.

Methode

Für die Erhebung wurden für die MDR-Dokumentation "Exakt - So leben wir! Aufstieg oder Abstieg?" die Städte und Landkreise in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zwischen Mai und Juni 2017 nach der Anzahl der Kinder- und Jugendzentren befragt, die regelmäßig möglichst fünf Tage die Woche sowie kostenlos zur Verfügung stehen. Jugendhäuser auf dem Land, die nur sporadisch öffnen, wurden in die Auswertung nicht einbezogen. Die Grundlage für den Anteil bedürftiger Kinder bildete die regionale Kinderarmutsstudie der Bertelsmann Stiftung von 2016.

"Exakt - So leben wir!" - Die neue Staffel

Die neue Staffel "Exakt - So leben wir!" wird unter dem Titel "Aufstieg oder Abstieg?" am Mittwoch, 23.08.2017, um 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen fortgesetzt. In der zweiten Folge geht es um soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit in Mitteldeutschland.

Die weiteren Folgen:

3. Folge "Exakt - So leben wir!" am 30.08.2017, 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen, Thema: "Weltoffen oder Fremdenfeindlich?",

4. Folge "Exakt - So leben wir!" am 06.09.2017, 20.15 Uhr im MDR-Fernsehen, Thema: "Lohn oder Stütze?"

Mehr Informationen zum Thema und alle Daten dazu unter mdr.de/exakt.

Hinweis für Journalisten: Bitte um Beachtung der Sperrfrist! Fotos stehen Ihnen bei Quellenangabe honorarfrei unter www.ard-foto.de zur Verfügung.

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