MDR Mitteldeutscher Rundfunk

Barrierefreiheit hat beim MDR Priorität

Leipzig (ots) - Der konstruktive Dialog zwischen dem MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNK und den Behindertenverbänden ist am 4. November in Leipzig mit dem 4. Jahrestreffen fortgesetzt worden.

Senderverantwortliche und Spitzenvertreter von Blinden-, Sehbehinderten- und Gehörlosenverbänden aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) und Regierungsbeauftragte aus Mitteldeutschland würdigten die Kontinuität der Zusammenarbeit, sprachen über nächste Schritte und zogen Bilanz.

Mit den Ergebnissen für 2015, seine Angebote in Fernsehen, Hörfunk und Internet weitestgehend barrierefrei zur Verfügung zu stellen, gehört der MITTELDEUTSCHE RUNDFUNK zu den Rundfunkanstalten mit den umfangreichsten Angeboten für Menschen mit Einschränkungen.

Die Strategien für Barrierefreiheit punktgenau auf die Bedürfnisse behinderter Menschen auszurichten, wurde dabei nur mit Unterstützung der Verbände und Institutionen sowie der in Leipzig ansässigen Deutschen Zentralbücherei für Blinde möglich, die dem MDR seit Jahren eine unverzichtbare Hilfe ist.

Im MDR FERNSEHEN werden in diesem Jahr täglich 19 Stunden Programm für Hörgeschädigte untertitelt. Zusätzlich ist die Audiodeskription um Dokumentationen und Unterhaltungssendungen erweitert worden; mit Hörbeschreibung werden derzeit im Hauptabend-Programm (20.00 bis 23.00 Uhr) über 21 Prozent der TV-Sendungen angeboten. Die MDR-Hörfunkangebote sind barrierefrei und mobil mit der, aktuell auf dem deutschen Markt einzigartigen, App "MDR Audio - das inklusive Hörangebot" zugänglich. Alle barrierefreien Angebote (Untertitelung, Audiodeskription, Gebärdensprache) sind zudem in der MDR-Mediathek verfügbar.

MDR-Intendantin Prof. Dr. Karola Wille bemerkte zum MDR-Engagement: "Barrierefreiheit hat beim MDR Priorität. Wir sind für alle Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gleichermaßen da. Dafür haben wir die barrierefreien MDR-Angebote in den letzen Jahren sehr konsequent und zügig vorangetrieben. Jetzt geht es darum, weiter an der Qualität von Untertitelungs- und Audiodeskriptionsangeboten sowie der technischen Rahmenbedingungen zu feilen."

Prof. Dr Thomas Kahlisch, Direktor der Deutschen Zentralbücherei für Blinde, sage zur Mitarbeit Betroffener für gelungene Barrierefreiheit in Fernsehen, Hörfunk und Internet: "In der Zusammenarbeit mit dem MDR können wir unsere Kompetenzen einbringen und den Sender auf diesem Weg begleiten. So stand die DZB bei der Gestaltung der Internetseiten bzw. der Audio-App beratend zur Seite. Weitere Entwicklungen würden uns sehr freuen und von uns unterstützt werden."

In der Zusammenarbeit signalisierten die Behindertenverbände und -Institutionen Unterstützung für die Finanzanmeldung der Rundfunkanstalten bei der KEF. Für ihren Beitrag erwarten die Verbände eine weitestgehend barrierefreie Ausgestaltung der Programmangebote in bewährter Qualität, um allen Menschen eine Teilhabe zu ermöglichen.

Die Kooperation ist für alle Beteilgten fruchtbringend: Auf Anregung der Verbände können seit Anfang September 2015 die Untertitel des MDR über das Zusatzangebot HbbTV individuell in Schriftgröße und Platzierung genutzt werden. Das derzeit im Probebetrieb laufende Projekt des rbb mit MDR-Beteiligung, gefördert von der EU, ist ab Januar 2016 im Regelbetrieb verfügbar.

Auch die Änderung der Farbgebung des MDR-Textes von rot auf blau entspricht einer Bitte der Verbände. Das Teletext-Angebot - nach 17 Jahren farblich umgestellt - ist damit kontrastreicher und für alle Nutzer besser lesbar als mit der bisherigen Hauptfarbe Rot.

Im Mai 2015 hat der MDR die eine mobile und inklusive Audio-App "MDR Audio - das inklusive Hörangebot" veröffentlicht, bei deren Neuentwicklung auch blinde und sehbehinderte Nutzer sowie die DZB beteiligt waren. Damit wurde zum ersten Mal in Deutschland ein umfassendes barrierefreies Angebot für die Hörfunkwellen gestaltet, das die Livestreams der MDR-Radiowellen, alle online zugänglichen Audios sowie Nachrichten, Verkehrs- und Wetterinfos vereint. "MDR Audio - Das inklusive Hörangebot" bietet außerdem auch sogenannte "Filme zum Hören", Audiospuren der Hörbeschreibungen. Die Zugriffe auf die Applikation stehen mit monatlich im Durchschnitt 40.000 Seitenabrufen zu Buche.

2016 soll das Untertitelungs-Angebot des MDR für hörgeschädigte Menschen, Senioren und Nicht-Deutschsprechende punktuell, insbesondere am Wochenende, ergänzt werden. So kann man ab Januar 2016 die abendliche Ratesendung "Quickie" mit Untertiteln sehen. Das Info-Magazin "MDR um 11" wird weiterhin im Livestream und in der Mediathek mit Gebärdensprache angeboten. Auch in der Audiodeskription, dem Service für blinde und sehbehinderte Menschen, wird der MDR seine Angebote kontinuierlich steigern. Außerdem sollen Untertitel und Audiodeskription u.a. technisch über mobile Endgeräte nutzbar gemacht werden.

Pressekontakt:

Margit Parchomenko, HA Kommunikation, Tel.: (0341) 3 00 64 72,
www.mdr.de/presse sowie Twitter: @MDRpresse.

Original-Content von: MDR Mitteldeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: MDR Mitteldeutscher Rundfunk

Das könnte Sie auch interessieren: