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"Das Milliardending - Wie der Westen für Buna ein Werk baute" am Dienstag (18. August) von 20.45 Uhr bis 21.15 Uhr im MDR FERNSEHEN in der Reihe "Der Osten - Entdecke wo du lebst"

"Das Milliardending - Wie der Westen für Buna ein Werk baute" am Dienstag (18. August) von 20.45 Uhr bis 21.15 Uhr im MDR FERNSEHEN in der Reihe "Der Osten - Entdecke wo du lebst"
Protagonisten Barbara und Manfred Dittmar vor ihrem Hotel in Halle Süd. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7880 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/MDR/Fa. Fernsehkombinat"

Leipzig (ots) - Sie war eine Baustelle der Superlative und die größte Investition, die der DDR-Außenhandel jemals vergeben hatte. Im Buna-Komplex nahe Schkopau entstand von 1976 bis 1980 das größte und modernste PVC-Werk Europas. Sage und schreibe 1,3 Milliarden D-Mark betrug der Kredit, den die DDR dafür vom Westen bekam. Gebaut wurde mitten auf der grünen Wiese - komplett und schlüsselfertig von der Uhde GmbH aus Dortmund, einer Tochter der Hoechst AG aus der Bundesrepublik. Der Industrieanlagenbauer war damals einer der Besten der Welt. Der Deal: die Westdeutschen bauen die Anlage - die DDR zahlt ihre Schulden in Form von PVC-Lieferungen ab. Ein Geschäft, das beiden Seiten zu Gute kam. Denn die ostdeutsche Chemieindustrie war technologisch und herstellungstechnisch an ihre Leistungsgrenze gekommen. Dabei stieg die Nachfrage nach PVC - dem Rohstoff für Plaste - ständig an.

Die wenigsten DDR-Bürger wussten von dem gigantischen Ost-West-Bauprojekt. Der regionalen Parteizeitung "Freiheit" war es nur eine kleine Meldung wert. Dabei waren rund 100 Westfirmen an dem Bau beteiligt. Fast ein Drittel der 9.000 Bauarbeiter, Monteure und Ingenieure kam aus der Bundesrepublik. Die Männer pendelten jede Woche ins Chemiedreieck, manche nahmen sogar ihre Familien mit in den Osten, wie Hans-Thilo Kempen. Gerade wieder Vater geworden, zog der junge Bankkaufmann mit Frau und zwei Kindern in den Osten - in die Plattenbausiedlung Halle Süd. "Für mich war das ein großes Abenteuer. Zum Einkaufen sind wir immer nach Westberlin gefahren", so Hannelore Kempen.

Zu Wort kommen die Macher von damals, wie der Bauingenieur Theo Wacker, für den die PVC-Anlage das Projekt seines Lebens war. Barbara und Manfred Dittmar betrieben damals einen kleinen Lebensmittelladen in Halle Süd. Sie sagen über die Bauzeit: "Das war unsere beste Zeit, die kommt nie wieder!" Sie verkauften damals viel an westdeutsche Arbeiter und legten auch mal Bückware für sie zurück. Ihr kaufmännisches Geschick und ihre Findigkeit waren der Grundstein für ihr heutiges, kleines Hotel "Guldenhof" an selber Stelle.

Das Ost-West-Projekt PVC-Werk Buna ging auf. 1980 wurde das Werk feierlich eröffnet, schon 8 Jahre später waren die Kredite abbezahlt. Und es überlebte auch die Wende.

Ein Film von Gerd Gerlach.

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