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Deutscher Menschenrechts-Filmpreis 2014 für "Mohamed auf der Flucht"

Leipzig (ots) - Die MDR-Auftragsproduktion für den KiKA über das Schicksal des 13-jährigen syrischen Jungen und seiner Familie wird heute in Nürnberg in der Kategorie "Kurzfilm" ausgezeichnet.

In der Begründung der Jury heißt es u.a.: "Die Balance aus verständlicher, journalistischer Berichterstattung, emotionaler Tiefe und dem Blick auf Augenhöhe für ein junges Publikum gelingt so vortrefflich, dass dafür der Menschenrechts-Filmpreis 2014 in der Kategorie 'Kurzfilm' verliehen wird."

Mohamed ist 13 Jahre alt und mit seiner Familie in die Türkei geflohen. Sie sind vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat Syrien geflüchtet und leben jetzt in einem Flüchtlingscamp an der türkisch-syrischen Grenze, in einem kleinen Zelt aus Plastikplanen. Die Familie leidet unter der Kälte und fehlenden Medikamenten. Viele Verwandte von Mohamed sind bei der Bombardierung ihres Dorfes umgekommen; jede Nacht sieht er in seinen Träumen die schrecklichen Raketenangriffe auf sein Dorf. Damit der Junge die Erlebnisse verarbeiten kann, muss er darüber reden. Einem syrischen Betreuer schildert er die Ereignisse und malt sie gleichzeitig auf. Mohamed will unbedingt wieder in sein Land zurück und dort eine bessere Zukunft aufbauen.

Dr. Astrid Plenk, Leiterin der für den Film verantwortlichen MDR- Kinderredaktion: "Wir mussten die Dreharbeiten aufgrund der schwierigen und gefährlichen Situation vor Ort mehrmals verschieben. Daher freut es mich besonders, dass dieser Film eine Würdigung erfährt. Produzent und Regisseur Guido Holz hat die Schrecken von Krieg und Vertreibung aus der Sicht von Kindern unglaublich gefühlvoll eingefangen."

"Timeline Film+TV" produzierte den Film im MDR-Auftrag für den Kinderkanal von ARD und ZDF. Ausgestrahlt wurde er erstmals im KiKA am 26. Januar 2014 in der Reihe "Schau in meine Welt".

Die Schrecken des Bürgerkrieges in Syrien nehmen seit Ende 2013 immer größere Ausmaße an. Rund 2,2 Millionen Syrer sind bisher in benachbarte Länder geflohen. Die Hälfte der Flüchtlinge ist minderjährig; die Meisten von ihnen unter zwölf Jahre alt, wie eine Untersuchung des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR ergab. Viele Kinder sind traumatisiert oder durch die Folgen des Krieges körperlich geschädigt.

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis wird am 6. Dezember zum neunten Mal in den sechs Kategorien Langfilm, Kurzfilm, Magazinbeitrag, Filmhochschule, Bildung und Amateuer - jeweils dotiert mit 2.500 Euro - verliehen. Über 400 Produktionen waren in diesem Jahr zum Wettbewerb eingereicht worden.

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