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Goldener Delphin in Cannes für "Erich Loest - Durch das Leben ein Riss"

Leipzig (ots) - Das filmische Porträt des im September 2013 verstorbenen Schriftstellers und Chronisten der deutsch-deutschen Geschichte, eine MDR-Koproduktion, wurde in der Kategorie "Kunst, Musik und Kultur" mit einem der begehrten Corporate Media & TV Awards in Gold ausgezeichnet - dem Goldenen Delphin. Filmautor René Römer war für seine Dokumentation mit dem 87-jährigen Loest noch einmal an die Orte seiner Kindheit in Mittweida und zum Leipziger Völkerschlachtdenkmal gegangen.

Ausführlich und detailliert erzählt der Schriftsteller und Chronist der deutsch-deutschen Geschichte ein letztes Mal sein bewegtes Leben: Schonungslos sich und anderen gegenüber, von den ganz frühen Erinnerungen an den Reichstagsbrand bis hin in die jüngste Zeit. Der Film konzentriert sich ganz auf seinen Protagonisten, lässt ihn in ergreifenden und schonungslosen Worten, begleitet von dichten Bildern, sein bewegendes Leben erzählen.

Jede Katastrophe, jeder Irrglaube, nahezu jeder Bruch der vergangenen neun Jahrzehnte deutscher Geschichte manifestiert sich wie in wohl kaum einer zweiten Biografie im Leben von Erich Loest: Hitlerjunge und Fähnleinführer, MG-Schütze und Werwolf, strammer SED-Kader und dann verurteilter Konterrevolutionär und politischer Häftling in Bautzen, in den Westen vertriebener Schriftsteller und Heimkehrer in seine Heldenstadt Leipzig. Jede dieser Zeiten hinterließ einen Riss in seinem Leben. In Leipzig blieb er ein immerwährender Einmischer und kritischer Begleiter.

Das Porträt "Erich Loest - Durch das Leben ein Riss" zeichnet das Bild eines Unbeugsamen, eines aufrecht Gehenden, der sich stets selbst in Frage stellte, um dann - wie nur wenige Menschen - eine einmal erkannte Wahrheit zu verteidigen. Selbstbestimmt setzte der 87-jährige schwer kranke Schriftsteller das Ende: Erich Loest wählte nur 14 Tage nach Abschluss der Dreharbeiten den Freitod.

Die 45-minütige Dokumentation, Regie René Römer, Kamera Jürgen Rehberg, ist eine Koproduktion des MDR mit der Avanga Filmproduktion, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Anfang Oktober 2014 wurden auf dem internationalen Festival in Cannes zum fünften Mal Wirtschaftsfilme, Online-Medien und TV-Dokumentationen prämiert.

Die Dokumentation ist in der MDR-Mediathek unter http://www.mdr.de/mediathek/index.html zu sehen.

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