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"JUMP küsst die Behörden wach" - Aktion geht weiter
Leipziger Rechtsanwälte unterstützen Anliegen von JUMP

    Leipzig (ots) - Vor dem Landgericht Leipzig fand heute die
Verhandlung im Rechtsstreit Leipziger Anwaltverein gegen JUMP statt.
Der Verein will per einstweiliger Verfügung die Aktion "JUMP küsst
die Behörden wach" verbieten lassen. Das Leipziger Landgericht muss
nun entscheiden, ob JUMP durch diese Aktion betroffenen Hörern bei
ihrem Ärger mit Behörden hilft und damit möglicherweise gegen das
Rechts-Beratungsgesetz verstößt. Die Entscheidung des Gerichtes wird
voraussichtlich erst am 20. April 2001 verkündet. Bis dahin wird JUMP
weiter "Behörden wach küssen".
    
    In der mündlichen Verhandlung ging es vor allem darum, ob es JUMP
erlaubt ist, sich bei Behörden nach Fällen von Hörern zu erkundigen,
deren Anträge seit Monaten und Jahren unerledigt im Amt liegen. Mit
der seit sieben Wochen laufenden Aktion will JUMP auf solche
Mißstände hinweisen. Barbara Molsen, MDR Hörfunk-Direktorin: "Wir
wollen nicht die Behörden in ein schlechtes Licht stellen. Die
Servicequalität von Ämtern darf aber auch kein Tabu-Thema sein.
Journalisten müssen die Möglichkeit haben, Missstände aufzudecken,
nachzufragen und schließlich Ergebnisse zu präsentieren."
    
    Inzwischen bekunden immer mehr Hörer öffentlich ihre Sympathie für
die JUMP-Aktion. Selbst Rechtsanwälte stellen sich hinter den
Radiosender und distanzieren sich vom Vorgehen des Leipziger
Anwaltvereins. So schrieben beispielsweise die 60 Mitglieder des
Leipziger Strafverteidiger e.V., die nahezu ausschliesslich
Mitglieder des Leipziger Anwaltvereins sind: "Wir sind empört über
die einstweilige Verfügung gegen JUMP. Ein demokratischer Staat
verträgt es, wenn über das Recht der Pressefreiheit auch einmal
Mißstände, die durch staatliche Behörden verursacht wurden, durch
eine Rundfunksendung ‚an den Pranger' gestellt werden."
    
    
ots Originaltext: MDR
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