MDR Mitteldeutscher Rundfunk

Benefiz-Konzert von Drohanrufen gegen Sputnik überschattet
Programmchef Michael Schiewack: "Wir lassen uns nicht einschüchtern"

Leipzig (ots) - Am vergangenen Freitag zeigten in Leipzig Pop-, HipHop- und Rockgrößen aus Deutschland mit einem Konzert "Gesicht gegen Gewalt". Während mehr als 7000 Menschen das Festival in der ausverkauften Messehalle verfolgten und hunderttausende bei den Liveübertragungen von Radio und Fernsehen dabei waren, kam es am Rande der Veranstaltung zu anonymen Drohanrufen gegenüber dem MDR-Jugendsender Sputnik: "Wir kommen ins Gläserne Studio und machen euch platt." Herbert Grönemeyer, Sasha, Echt, Reamonn, Freundeskreis und mehr als 20 andere Bands und Künstler brachten deutlich zum Ausdruck: Wir sind gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und rechte Gewalt. Das Benefiz-Konzert wurde unter anderem von den beiden MDR-Hörfunksendern JUMP und Sputnik unterstützt, die Veranstaltung wurde in voller Länge mehr als acht Stunden live übertragen. Während sich bei Umfragen vor und während des Konzertes die Hörer beider Sender mehrheitlich gegen rechte Gewalt aussprachen, nahm die Sputnik-Hotline am Freitag gegen 18.30 Uhr einen männlichen Anrufer entgegen, der augenscheinlich mit der rechten Szene sympathisiert. Im Laufe des Gespräches äußerte er, dass er die Übertragung eines "solchen Konzertes" für maßlos übertrieben hielte und fragte, was "Sputnik wohl machen würde, wenn wir mit tausend Nazis beim Konzert vorbei kommen würden." Stimmen aus dem Hintergrund des Anrufers riefen dazwischen: "Wir kommen ins Gläserne Studio und machen euch platt." Aufgrund des Inhaltes wurde das Gespräch von der Sputnik-Hotline mitgeschnitten, der Polizei wurde das Band noch während der Übertragung übergeben. Für Michael Schiewack, Programmchef von Sputnik und JUMP, ist der Anrufer ein Beispiel dafür, dass unter dem Motto "Gesicht zeigen gegen Gewalt" noch viel getan werden müsse. "Wir werden uns mit beiden Sendern auch zukünftig ohne Kompromisse gegen rechte Gewalt wenden." Weiter sagt er: "Wir lassen uns von solchen Anrufen nicht einschüchtern." Unterdessen hat das Benefiz-Konzert in Leipzig auch finanziell Erfolg. Mit den Erlösen aus dem Kartenverkauf, insgesamt kamen rund 150.000 DM zusammen, werden Familien von Opfern rechter Gewalt sowie Jugendbegegnungsstätten, die von der Schließung bedroht sind, unterstützt. Den Großteil von 120.000 DM bekam noch während der Veranstaltung die "Amadeu-Antonio-Stiftung" aus Berlin. ots Originaltext: MDR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen: Frank-Thomas Suppé MDR Kommunikation Telefon: (0341) 300-6401, Telefax: (0341) 300-6460. Original-Content von: MDR Mitteldeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

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