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"Vergessene Katastrophen": Rekord-Marktanteil für erste Dokumentation der neuen Staffel - jetzt Teil 2 und 3 im MDR FERNSEHEN

    Leipzig (ots) -          "Todesweiche 262 - Leipzig 1960" war am Montag, 13. November, um 22.30 Uhr der erste Film der neuen Staffel von "Vergessene Katastrophen". 15,7 Prozent Marktanteil und 330.000 Zuschauer im MDR-Sendegebiet (bundesweit waren es sogar 550.000) bestätigen, dass auch die neue Staffel hervorragend ankommt. Erschütternde Unglücksfälle der Vergangenheit werden als spannendes Stück Zeitgeschichte dokumentarisch noch einmal aufgerollt. Dabei werden mit der Rekonstruktion der Fälle schlaglichtartig immer auch die sozialen Hintergründe und Rahmenbedingungen erhellt. "Dass unser Konzept stimmt, wissen wir seit der ersten Staffel. Dass wir aber so viel Zuspruch erhalten, übertrifft unsere kühnsten Erwartungen. Mit 'Todesweiche 262' haben wir den bisher höchsten Marktanteil erzielt", so Helfried Spitra, Leiter des Fernseh-Programmbereichs Kultur und Wissenschaft. "Dabei setzen wir bewusst nicht auf die Sensations-Story, sondern auf sorgfältige Recherche und behutsame Rekonstruktion. Offenbar geben wir damit einer ganzen Generation einen Teil Ihrer Erinnerungen zurück. Das zieht die Zuschauer in den Bann."          Die neue Staffel wird am 20. November fortgesetzt. Teil 3 folgt am 27. November.          ..Teil 2: Tod im Ferienlager          Ein Film von Dieter Fuchs am Montag, 20. November, um 23 Uhr im MDR FERNSEHEN

    Der 24. August 1965 - ein warmer Sommertag: Die Kinder des
Betriebsferienlagers "Flax und Krümel" des DDR-Fernsehfunks liegen
zur Mittagsruhe am Strand des Riewend-Sees. Auf dem See ein
Schwimmpanzer der NVA. Als er ans Ufer fährt und ein Soldat fragt, ob
jemand mitfahren will, ist die Mittagsruhe augenblicklich zu Ende.
Alles geht gut bei der ersten Runde. Bei der zweiten Runde sitzen
bereits 35 Kinder und Betreuer auf dem stählernen Monstrum. Dann die
Katastrophe: Mitten auf dem See neigt sich der Panzer plötzlich vorn
über und versinkt. Der Panzerfahrer und ein Teil der Kinder können
abspringen, andere werden mit in die Tiefe gezogen. Die schreckliche
Bilanz: sieben Jungen und Mädchen sind tot. Es war das erste Mal,
dass ein Schwimmpanzer PT 76 des Warschauer Pakts gesunken war. Die
Politiker und Militärs waren entsprechend stark daran interessiert,
die Ursachen des Unglücks möglichst schnell zu ermitteln. Dieter
Fuchs geht in seinem Film einer Geschichte nach, die er seinerzeit
selbst unmittelbar mit erlebt hat. Er war damals 14 Jahre und eines
der Ferienkinder, die sich auf dem Unglücks-Panzer befanden. Ihm ist
es nun gelungen, viele der Zeitzeugen - Kinder, Betreuer, Retter,
Angehörige - für Gespräche und Interviews zu gewinnen. Entstanden ist
eine nüchterne Bestandsaufnahme, die den Hintergründen und Ursachen
der Katastrophe nachspürt und dabei auch wieder bemerkenswerte
Einblicke in die DDR-Gesellschaft ermöglicht.
    
    Teil 3: Der große Knall - Bitterfeld 1968
    
    Ein Film von Heidi Mühlenberg am Montag, 27. November, um 22.30
Uhr im MDR FERNSEHEN
    
    Am 11. Juli 1968 um 13.57 Uhr vernahm ganz Bitterfeld einen
ohrenbetäubenden Knall. Schwer und dumpf bebte die Erde. Glas
splitterte, Laternen und Bäume schwankten. Eine schwere Gasexplosion
hatte die PVC-Fabrik in Trümmer gerissen. Mindestens 41 Menschen
starben, Hunderte wurden schwer verletzt. Augenzeugen berichten von
einem 50 Meter hohen Rauchpilz. Im Umkreis von fünf Kilometern gingen
alle Glasscheiben zu Bruch. Um Plünderungen zu vermeiden, rückten
3000 Polizisten und Hilfskräfte an. Der 30-jährige Arbeiter Fritz
Häsler kämpfte sich durch die Trümmerlandschaft und entschärfte unter
Einsatz seines Lebens die eigentliche Zeitbombe: 17
explosionsgefährdete Autoklaven. "Wären die auch noch explodiert,
hätte es halb Bitterfeld erwischt", erinnert sich Häsler. Einen Tag
nach der Explosion schreibt das SED-Blatt "Freiheit" über die
großangelegten Rettungsmaßnahmen: "Hier bewährte sich unsere
sozialistische Menschengemeinschaft." Von dem Chaos ist so wenig die
Rede wie von Schlamperei und Sicherheitsmängeln, die zur Katastrophe
führten. Der Film rekonstruiert das größte Chemie-Unglück in der
DDR-Geschichte und geht den Ursachen und den Folgen auf den Grund.
    
ots Originaltext: MDR
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