MDR Mitteldeutscher Rundfunk

"Vergessene Katastrophen": Neue Dokumentationen im MDR FERNSEHEN

Leipzig (ots) - Vor zwei Jahren, im Herbst 1998, startete das MDR FERNSEHEN die Reihe "Vergessene Katastrophen". Das Konzept war, Unglücksfälle darzustellen, die seinerzeit die Gemüter bewegten, bei denen aber die Hintergründe und Ursachen weitgehend im Verborgenen blieben. Damals war noch nicht absehbar, dass mit der ersten Folge "Feuer im Schacht 208" eine der erfolgreichsten Doku-Reihen im MDR FERNSEHEN anlief. Es folgten "Die Schranke von Langenweddingen", "Der Todesflug der IL 62". Im Frühjahr 1999 dann drei weitere Stücke: "Der Absturz der 152", "Der große Knall - Bitterfeld 1968", "Auf Leben und Tod - Messejet 1107". Bis zu 320.000 Zuschauer, dies entspricht einem Marktanteil von 14,9 Prozent, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verfolgten in den Jahren 1998 und 1999 die Folgen der "Vergessenen Katastrophen", eine überragende Resonanz. Auch außerhalb des Sendegebiets war das Interesse groß. Einzelne Filme erreichten bundesweit fast 700.000 Zuschauer. Am 13. November 2000 startet der MITTELDEUTSCHE RUNDFUNK nun eine neue Staffel der "Vergessenen Katastrophen". Helfried Spitra, Programmchef Kultur und Wissenschaft des MDR FERNSEHENS: "Die Themen sind neu - das Konzept bleibt: Wir rollen große Unglücksfälle der Vergangenheit dokumentarisch auf - nicht als reißerische Sensations-Story, eher als spannendes Stück Zeitgeschichte. Unsere Zuschauer honorieren das". Martin Hübner, verantwortlicher Redakteur der Reihe, ergänzt: "Mit der Rekonstruktion des jeweiligen Falles sollen schlaglichtartig immer auch die sozialen Hintergründe und Rahmenbedingungen der Gesellschaft erhellt werden, genauer gesagt, der DDR-Gesellschaft." Auch die neue Staffel der "Vergessenen Katastrophen" wende sich wieder der DDR-Vergangenheit zu. Teil 1: "Todesweiche 262 - Leipzig 1960" Ein Film von Lutz Rentner und Fank Otto Sperlich am Montag, 13. November, um 22.30 Uhr im MDR Fernsehen Am 15. Mai 1960 ereignete sich auf dem Leipziger Hauptbahnhof eines der schwersten Zugunglücke der DDR-Geschichte. Es war ein Sonntagabend. Gegen 20.20 Uhr stieß der Personenzug Leipzig-Halle mit dem Eilzug Halberstadt-Schandau frontal zusammen. Augenzeugen sprechen von einem gewaltigen Blitz und ohrenbetäubendem Lärm. 54 Menschen starben am Unfallort, weitere in den Krankenhäusern. Hunderte konnten aber durch den aufopferungsvollen Einsatz der vielen hauptamtlichen und auch freiwilligen Hilfskräfte gerettet werden. Ärzte und Rettungssanitäter wurden aus ganz Leipzig zusammengezogen, die Taxifahrer sammelten sich spontan am Hauptbahnhof und transportierten unentwegt die Verletzten in die umliegenden Krankhäuser. Eisenbahner schweißten die eingekeilten Zuginsassen aus den Waggons. Eberhard Schwarz war als einer der ersten am Unfallort. Danach wurde er zwei Wochen krank. Die Autoren Lutz Rentner und Frank Otto Sperlich gehen den Ursachen, Hintergründen und Folgen der Katastrophe von 1960 noch einmal nach. Das Ergebnis ist spannend, nicht zuletzt, weil es den Autoren gelang, sehr ausführlich mit jenen zu sprechen, die damals dabei waren: Reichsbahner, Überlebende, Angehörige, Retter, Helfer und Verantwortliche, die sich bis heute noch sehr genau an die Ereignisse und auch Nachwirkungen erinnern. Der Autor Lutz Rentner: "Über die Zugkatastrophe zu sprechen und sie aufzuarbeiten, war für die Opfer und Zeugen von damals eine echte Befreiung. Auch 30 Jahre danach sitzt der Schock über die Ereignisse noch sehr tief bei den Betroffenen." Teil 2: "Tod im Ferienlager" Ein Film von Dieter Fuchs am Montag, 20. November 2000, um 23 Uhr, im MDR FERSNEHEN Teil 3: "Der große Knall - Bitterfeld 1968" Ein Film von Heidi Mühlenberg am Montag, 27. November 2000, um 22.30 Uhr, im MDR FERNSEHEN ots Originaltext: MDR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Susanne Fischer, Frank- Thomas Suppe, MDR Kommunikation, Telefon: (0341) 300-6455, Telefax: (0341) 300-6456, E- Mail: kommunikation@mdr.de Fotos zu den Filmen der neuen Staffel finden Sie im Internet unter www.ard-foto.de, Nachfrage telefonisch unter (0341) 300 6477 Original-Content von: MDR Mitteldeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: MDR Mitteldeutscher Rundfunk

Das könnte Sie auch interessieren: