MDR Mitteldeutscher Rundfunk

Baden-Württemberg abends ohne MDR
Reiter: Neue Kabelbelegung erschwert innere Einheit Deutschlands

Leipzig (ots) - "Mit einigem Entsetzen habe ich heute gehört, dass der MDR abends aus dem Kabelnetz in Baden-Württemberg genommen werden soll. Dagegen möchte ich gern Protest einlegen", so MDR-Zuschauerin Brigitte Morawski aus Rottweil. Seit Anfang September erreichen den MDR zahlreiche Anrufe und Schreiben von Zuschauern aus Baden-Württemberg, die sich über eine Entscheidung der Kabel Deutschland GmbH, dem Betreiber der Kabelnetze in Baden-Württemberg, beschweren. Die Telekom-Tochter hat kurzfristig entschieden, das MDR FERNSEHEN ab September 2000 nur noch von 8.00 Uhr bis 18.30 Uhr zu verbreiten. In der übrigen Zeit wird auf diesem Kabelkanal das Programm von N 3 ausgestrahlt. Im Raum Freiburg und Offenburg wurde die Kanal-Teilung bereits am 1. September vollzogen, alle weiteren Regionen von Baden-Württemberg sollen bis zum Monatsende folgen. Der MDR hat gegen die Entscheidung der Kabel Deutschland GmbH in einem Schreiben bereits Protest eingelegt. MDR-Intendant Udo Reiter hat sich an den Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Erwin Teufel, gewandt und um Unterstützung für die vollständige Einspeisung des MDR-Programms in Baden-Württemberg gebeten. Nach Meinung des MDR-Intendanten sei die Entscheidung der Kabel Deutschland GmbH kontraproduktiv für die Verwirklichung der inneren Einheit Deutschlands. Das MDR FERNSEHEN sei, so Reiter, das einzige von den vielen in Baden-Württemberg zu empfangenden Programmen, das ausschließlich aus Ostdeutschland stammt. Das MDR FERNSEHEN wird, ungeachtet der Engpässe im Kabel, seit 1996 in die Kabelnetze von Baden-Württemberg vollständig eingespeist. Dass damit ein Bedürfnis der Zuschauer nach umfassenden Informationen aus den neuen Ländern erfüllt wird, belegen nicht zuletzt die Zuschauerzahlen. Der Marktanteil des MDR FERNSEHENS in Baden-Württemberg ist in den vergangenen fünf Jahren von 0,3 auf derzeit 1,3 Prozent gestiegen. Es erreicht hier täglich mehr als 850.000 Zuschauer. Damit gehört das MDR FERNSEHEN auch in Baden-Württemberg zu den beliebtesten Dritten Programmen. Bei seinem Protest gegen die Entscheidung kann sich der MDR auch auf das Landes-Medien-Gesetz von Baden-Württemberg stützen. Danach hat die Kabel Deutschland GmbH bei der Kabelbelegung auch die Meinungsvielfalt zu beachten. Die teilweise Herausnahme des MDR FERNSEHENS widerspricht dieser gesetzlichen Vorgabe. Sie ist auch nicht dadurch begründet, dass der freiwerdende Kabelplatz durch ein anderes öffentlich-rechtliches Programm, Phoenix, genutzt wird. "Selbstverständlich hätte es für die Kabel Deutschland GmbH zahlreiche andere Möglichkeiten gegeben, Phoenix einen vollständigen Kabelkanal zuzuweisen," so MDR-Intendant Reiter. Die MDR-Zuschauer in Baden-Württemberg können gegen die Entscheidung Protest einlegen: Bei der Kabel Deutschland GmbH, Kriegsstraße 100, in 76133 Karlsruhe, Telefon 0721-3544-0. Außerdem ist die Kabel Deutschland GmbH über die bundesweite Hotline 0800-55 33 555 zu erreichen. Beschwerden nimmt auch das MDR-Zuschauertelefon unter Tel. 01803-42 43 44 und per Mail zuschauerredaktion@mdr.de entgegen. ots Originaltext: MDR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Bei Rückfragen: MDR Kommunikation und Marketing Susan E. Knoll und Frank-Thomas Suppé, Tel. 0341-300 6401, Fax 0341-300 6460, E-Mail kommunikation@mdr.de Original-Content von: MDR Mitteldeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

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