Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe

Kfz-Gewerbe geht insgesamt optimistisch ins dritte Quartal

Nürnberg (ots) - Laut dem aktuellen Geschäftsklimaindex des deutschen Kfz-Gewerbes schätzen zwei Drittel der Betriebe in Deutschland ihre Geschäftslage für das dritte Quartal als besser oder gleich bleibend gegenüber dem zweiten Quartal ein. Bei einem Pressegespräch in Nürnberg sagte Robert Rademacher, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), dies sei ein ermutigendes Signal aus der Branche und ein Indikator dafür, das Jahr 2010 auf noch befriedigendem Niveau abschließen zu können.

Bis Ende Mai hätten sich die Geschäftsfelder im Kfz-Gewerbe uneinheitlich entwickelt: "Neuwagen schwach, Gebrauchtwagen robust, Servicebereich stabil." Die Zahl der Neuzulassungen sei bis Ende Mai 2010 mit knapp 1,18 Millionen um 27,7 Prozent erwartungsgemäß deutlich unter dem Wert des Vorjahres geblieben. Nachdenklich stimme aber, dass die Neuzulassungen sogar noch um 11,3 Prozent hinter den Werten des Normaljahres 2008 zurücklägen, das insgesamt drei Millionen Neuzulassungen brachte. Die Einschätzung der Betriebe für das Neuwagengeschäft im dritten Quartal gebe eine gewisse Unsicherheit wieder. Basierend auf den Ergebnissen des aktuellen Geschäftsklimaindexes erwarte die eine Hälfte der Betriebe eine gute oder befriedigende Entwicklung der Auftragseingänge, die andere Hälfte rechne eher mit einer schlechteren Entwicklung als im zweiten Quartal. In den verbleibenden sieben Monaten dieses Jahres müsse der Absatz allerdings gut laufen, um die vom ZDK prognostizierte Marke von 2,7 bis 2,8 Millionen Neufahrzeugen zu erreichen.

Das Gebrauchtwagengeschäft habe sich bisher robust behauptet. Im Vergleich zum Vorjahr liege die Zahl der Besitzumschreibungen in den ersten fünf Monaten dieses Jahres mit 2,57 Millionen zwar um zwei Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Hingegen seien die Standzeiten der Gebrauchtfahrzeuge im Handel seit Januar kontinuierlich von durchschnittlich 110 Tagen auf inzwischen nur noch 94 Tage zurückgegangen. Dies sei ein Indikator für ein tendenziell verbessertes Gebrauchtwagengeschäft. Bestätigt werde dieser Trend auch von den Ergebnissen des ZDK-Geschäftsklimaindexes. So erwarteten mehr als drei Viertel der befragten Kfz-Betriebe für das dritte Quartal ein besseres oder saisonübliches Gebrauchtwagengeschäft als im Vergleich zum zweiten Quartal.

Stabil zeige sich das Geschäft mit Wartung und Reparatur. So lag die Auslastungsquote der Werkstätten bis einschließlich Mai 2010 bei durchschnittlich 82 Prozent und damit auf gleichem Niveau wie im Vergleichszeitraum 2009. Und auch der aktuelle Geschäftsklimaindex des Kfz-Gewerbes stütze diese Einschätzung. Demnach hatten 91,5 Prozent der Betriebe im zweiten Quartal 2010 eine gute oder saisonübliche Auslastung, lediglich 8,5 Prozent der Betriebe zeigten sich eher unzufrieden mit dem Werkstattgeschäft. Auch die Erwartungen für das dritte Quartal seien positiv: so erwarteten über 80 Prozent ein besseres oder saisonübliches Werkstattgeschäft, lediglich knapp 20 Prozent rechneten mit einem Rückgang.

Positive Signale habe das Kfz-Gewerbe auch durch eine aktuelle, repräsentative Autofahrer-Umfrage erhalten, die das Meinungsforschungsinstitut forsa im Mai durchgeführt habe. Demnach entscheiden sich 94 Prozent der potenziellen Neuwagenkäufer für den Erwerb des Fahrzeugs beim Händler vor Ort und gehen nicht den Weg zum billigsten Angebot über das Internet. Das Ergebnis bestätige die hohe Akzeptanz der flächendeckenden Infrastruktur der Autohäuser und Werkstätten und die aus der Nähe zum Kunden resultierende Kundenbindung.

Ein weiteres erfreuliches Ergebnis der forsa-Umfrage sei die Tatsache, dass für die Autofahrer beim Service offenbar doch nicht nur der Preis zähle. So seien 77 Prozent der Befragten grundsätzlich bereit, für Wartung und Service einen hö-heren Preis zu zahlen, damit ihr Auto sicher ist. Und 56 Prozent und damit mehr als jeder zweite Autofahrer entschieden sich im Zweifel eher nicht für das günstigere Angebot. "Der Kunde weiß: Erstklassige Reparaturqualität ist nicht zu Dumpingpreisen zu haben", betonte Rademacher.

Zum aktuellen Thema "Elektromobilität" ergab die forsa-Umfrage, dass sich jeder zweite Autofahrer grundsätzlich vorstellen könne, in Zukunft ein Elektroauto zu kaufen. Entscheidendes Kaufkriterium sei hierbei ein gut ausgebautes Stromtankstellennetz, das für 59 Prozent der Befragten sehr wichtig sei. Den Kauf als Beitrag zum Umweltschutz bezeichneten 54 Prozent als sehr wichtig. Mit 46 Prozent waren den Befragten niedrige Betriebskosten als Kaufkriterium wichtiger als ein günstiger Anschaffungspreis, den 36 Prozent bevorzugten. Mit 38 Prozent lege gut ein Drittel der potenziellen Käufer besonderen Wert auf eine große Reichweite.

Nach den Worten von Robert Rademacher sei das Zukunftsthema "Elektromobilität" auch für das Kfz-Gewerbe von großer Bedeutung. So bringe sich der ZDK als einer von zwei Fachverbänden aktiv in die Arbeitsgruppen 6 und 7 der Nationalen Plattform Elektromobilität ein, die erstmals Ende Mai getagt hätten. In der Arbeitsgruppe 6 gehe es um Nachwuchs und Qualifizierung. Dort würden die Anforderungen für Aus- und Weiterbildung auf Basis der aktuellen Situation erörtert. Bereits heute sei das Kfz-Gewerbe bezüglich Reparatur und Service von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben gut gerüstet. Um ein Hybrid-, Elektro- oder Brennstoffzellen-Fahrzeug zu warten müsse es überprüfbar und dauerhaft spannungsfrei geschaltet werden. Zum Erwerb dieser Zusatzqualifikation biete die Akademie Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (TAK) den Betrieben Schulungen zum "Fachkundigen für Arbeiten an Hochvolt-eigensicheren Systemen" an. Die Arbeitsgruppe 7 beschäftige sich mit den Themen Rahmenbedingungen und Markteinführung. "Hier gilt unser Hauptinteresse der Wahrung unserer Funktion als Schnittstelle zum Autofahrer, sprich dem Vertrieb und Service von E-Fahrzeugen", so Rademacher. Diese Schnittstelle müsse auch für Elektroautos erhalten bleiben. Denn die bereits bestehende, flächendeckende Infrastruktur der Autohäuser und Werkstätten und die daraus resultierende Nähe zum Kunden werde maßgeblich zur Akzeptanz von Elektroautos beitragen. "Unser Standpunkt ist hier glasklar und eindeutig: Ein Auto, ganz gleich mit welchem Antrieb, gehört in den Kfz-Meisterbetrieb", so der ZDK-Präsident.

Nachdrücklich setzte sich Robert Rademacher für eine Reform der Dienstwagenbesteuerung ein. Übereinstimmend mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) fordere auch der ZDK, die bisherige Pauschalversteuerung von 0,03 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte wegfallen zu lassen und gleichzeitig auf die Pendlerpauschale zu verzichten. Diese Lösung diene zum einen der Steuervereinfachung, und sie sei zum anderen eine leicht nachvollziehbare und nutzerfreundliche Lösung und gut geeignet, das gewerbliche Neuwagengeschäft anzukurbeln. Und dieses Geschäft sei gerade im Jahr nach der Umweltprämie wichtiger denn je.

Die Einrichtung der ersten Kfz-Schiedsstellen vor vierzig Jahren nahm der ZDK-Präsident zum Anlass, auf dieses wichtige Alleinstellungsmerkmal der Innungsbetriebe des Kfz-Gewerbes hinzuweisen. Inzwischen gebe es bundesweit 130 Kfz-Schiedsstellen. Damit leiste das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe einen wirksamen Beitrag zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen Autofahrern und Kfz-Betrieben, wenn es um Autoreparaturen und Gebrauchtwa-genkauf geht. Laut DAT-Report 2010 würden viele besonders der jüngeren Autofahrer diese Institution noch nicht kennen. Daher nehme der ZDK das Jubiläum zum Anlass, mit verschiedenen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit auf diese Musterbeispiele praktizierten Verbraucherschutzes hinzuweisen.

Pressekontakt:

Ulrich Köster, Pressesprecher, Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe
Tel.: 0228/ 91 27 270, E-Mail: koester@kfzgewerbe.de

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