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Hoffnung für Ramstein-Überlebende
Opfer des Flugzeugunglücks klagen auf Entschädigung wegen Traumatisierung

    Hamburg (ots) - Fast vierzehn Jahre nach der Flugzeugkatastrophe auf der amerikanischen Luftwaffenbasis Ramstein klagen fünf Überlebende und Angehörige von Opfern vor der Ersten Zivilkammer des Landgerichtes in Koblenz auf staatliche Entschädigung für eine sogenannte posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Es ist das erste Mal in der Rechtsgeschichte der Bundesrepublik, dass sich ein Gericht mit den psychischen Spätschäden eines Unfalles beschäftigt.

    Grundsätzlich hat die Kammer bereits anerkannt, dass eine Entschädigung gerechtfertigt sei. Jetzt lässt sie prüfen, ob die psychische Störung zum Zeitpunkt früherer Zahlungen an Ramstein-Opfer schon ausreichend bekannt gewesen ist und damals hätte geltend gemacht werden können. Wenn nicht, könnten früher unterzeichnete Erklärungen der Betroffenen, keine weiteren Forderungen stellen zu wollen, ihre Gültigkeit verlieren. Außerdem müssten die geltenden Verjährungsfristen für Schmerzensgeldansprüche geprüft werden - nach Nato-Statut beträgt die Frist drei Monate, nach deutschem Zivilrecht drei Jahre. Symptome von PTBS können jedoch auch noch sehr viel später auftreten, wie das Reportage-Magazin GEO in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

    Albträume, Flashbacks, Panikattacken, in der ersten Monaten nach einem katastrophalen Ereignis noch natürliche Reaktion des Menschen, gelten nach ungefähr drei Monaten als Ausdruck von chronischem PTBS. Im Unterbewusstsein Traumatisierter kommt es innerhalb dieser Zeit zu einschneidenden Veränderungen, wie Wissenschaftler in GEO berichten. Danach zeigen Gehirnaufnahmen, dass Traumatisierte ihre Schrecken immer wieder "live" erleben. Persönlichkeits- veränderungen, Gefühllosigkeit oder Aggressivität können die Folgen sein.

    GEO zufolge hat die Erforschung von PTBS in Deutschland erst seit Beginn der neunziger Jahre an Bedeutung gewonnen. Nicht zuletzt aufgrund der psychischen Folgen von Ramstein, dem Absturz einer Birgen Air-Maschine und dem Zugunglück in Eschede. Jetzt könnte Ramstein auch in der hierzulande äußerst restriktiven Entschädigungspraxis einen Durchbruch markieren.

ots Originaltext: GEO
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