GEO-Tag der Artenvielfalt bilanziert rund 1.500 Tier- und Pflanzenarten im Nationalpark Hohe Tauern in Tirol GEO, der Nationalpark Hohe Tauern und das Land Tirol riefen auf zur großen Natur-Inventur

   

Hamburg (ots) - Rund 90 Experten für Flora und Fauna erforschten gestern das Artenvorkommen im Gschlößtal bis zum Fuße des angrenzenden Großvenediger-Gletschers und im Umbaltal. Sie dokumentierten dabei mit viel Sachverstand eine unglaubliche Naturvielfalt: Rund 1.500 verschiedene Arten sammelten und bestimmten die Forscher - und das binnen genau 24 Stunden in zwei Untersuchungsgebieten in dem ca. 1.856 km² großen Nationalpark. Der Wert und die Bedeutung des Parks liegen nicht nur in der Sicherung eines großen Erholungs- und Naturerlebnisraumes, sondern ganz wesentlich auch in der Bewahrung vielfältiger und artenreicher Lebensräume.

Besonders erfreut waren die morgens ganz früh zur Inventur ausgerückten Ornithologen von ihren Ergebnissen: Insgesamt konnten rund 50 Vogelarten in den kartierten Gebieten nachgewiesen werden. Es wurden fünf Bartgeier (Gypaetus barbatus) gesichtet, die nachdem sie in freier Natur völlig ausgestorben waren, seit 1986 hier wieder angesiedelt wurden - offenbar erfolgreich. Als besonders erfreulich stuften die Experten auch den Nachweis von Karmingimpeln (Carpodacus erythrinus) ein - ein Neuling in dieser Region. Ebenso der Fitis (Phylloscopus trochilus), der in Osttirol noch nie als Brutvogel nachgewiesen wurde.

Besonders hervorzuheben bei den Höheren Pflanzen waren die Orchideen-Funde. So wurde erstmals im Nationalpark das Lappländische Knabenkraut (Dactylorhiza lapponica) entdeckt. Außerdem konnten der Frauenschuh (Cypripedium calceolus), eine europaweit geschützte Orchideenart, und das Mannsknabenkraut (Orchis mascula), in der Regel in tieferen Lagen zu finden, erfasst werden. Ein weiterer Neufund für den Nationalpark Hohe Tauern unter den insgesamt 300 am GEO-Tag erfassten Pflanzen war der in den Alpen sehr selten zu findende Alpenwimperfarn (Woodsia alpina).

Auch bei den Schmetterlingen gab es besondere Funde. So konnten gestern etwa 110 Schmetterlingsarten bestimmt werden. Dokumentiert wurden unter anderem der nur in den Alpen vorkommende Alpenspanner (Lycia alpina). Außerdem konnte der Schwarzweisser-Weidenröschenspanner (Spargania luctuata) erstmals am GEO-Tag im Nationalpark Hohe Tauern nachgewiesen werden.

Jens Schröder, Stellvertretender Chefredakteur GEO: "Die Täler im Nationalpark Hohe Tauern haben uns mit spektakulären Ansichten begeistert. Aber fast noch wichtiger sind die Ergebnisse zu ihrer spektakulären Lebensvielfalt. Diese wunderbaren Rückzugsräume für empfindliche Ökosysteme haben den guten Schutz verdient, den sie hier schon bekommen. Ihr großer Wert darf nie für selbstverständlich genommen werden."

Martin Kurzthaler, Nationalpark Hohe Tauern: "Der GEO-Tag der Artenvielfalt hat dazu beitragen, dokumentierte Kenntnisse zu Artenvorkommen und deren Verbreitung zu erweitern und zu ergänzen. Außerdem hoffen wir, durch den GEO-Tag der Artenvielfalt das Bewusstsein in der Öffentlichkeit für die Bedeutung der Erhaltung der Biodiversität zu wecken."

Aufbauend auf den Erkenntnissen dieses Aktionstages werden sich nun die GEO-Reporter weitergehenden Fragen widmen: "Wie reagieren Tiere und Pflanzen auf Veränderungen des Klimas, ganz besonders in Gebirgsregionen? Wie verschieben sich die Lebensräume? Bekommen Artengemeinschaften eine neue Zusammensetzung?" Denn gerade an den zurückweichenden Gletschern der Alpen zeigt sich der Umbruch in der Lebenswelt der Pflanzen und Tiere besonders deutlich. Die Ergebnisse dieser großen Recherche, zu der viele Wissenschaftler aus Österreich, Italien und Deutschland ihre Forschungsergebnisse beitragen, werden in der September-Ausgabe von GEO zu lesen sein.

Pressebilder vom GEO-Tag der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern finden Sie zum Download unter www.geo.de/aktion2013 im Kasten "Presseinformationen 2013".

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