ARCHÄOLOGIE: Fesch und Chips
Hamburg (ots) - Prostituierte im alten Rom taten es wohl nicht für Geld ... - sondern für Metallchips. Wie das Magazin GEO in seiner März-Ausgabe meldet, fand sich eine solche Münzattrappe ("spintria") aus der Römerzeit nun erstmals auch in England. Der Chip war jüngst aus der Themse gefischt worden und zeigt einen Mann und eine Frau beim Sex: Die Frau liegt auf dem Bauch, der Mann kniet über ihr. Auf der Rückseite ist eine römische Zahl geprägt.
Doch warum bezahlten die Freier nicht in echter Währung? Zum einen hatte Kaiser Tiberius es verboten, Münzen mit seinem Konterfei an anrüchige Orte zu tragen. Zum anderen waren viele Liebesdienerinnen Sklaven, denen jede Möglichkeit zu Bereicherung genommen werden sollte - ebenso wie die Option, sich freizukaufen.
Aber womöglich waren spintrae auch für einen ganz anderen Zweck geschaffen worden, sagt die Historikerin Mary Beard. In Pompeji etwa, mit seinen vielen Bordellen, hat man bislang keine einzige dieser Münzen in einem einschlägigen Etablissement gefunden. Womöglich waren spintriae daher einfach das, wonach sie aussehen: Spielgeld.
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