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Ein Hotspot des Lebens im Südwesten Deutschlands: GEO-Tag der Artenvielfalt bilanziert rund 2.300 Tier- und Pflanzenarten in der Region Freiburg

Hamburg / Freiburg (ots) - GEO, die Region Freiburg und das Netzwerk Artenvielfalt riefen auf zur großen Natur-Inventur / Mehr als 460 Begleitaktionen in ganz Deutschland

Über 120 Experten für Flora und Fauna und 1.200 Besucher des umfangreichen Exkursionsprogramms erforschten gestern das Artenvorkommen in vier Gebieten der Region Freiburg: auf dem Feldberg, am Kaiserstuhl, im Freiburger Mooswald und in den Rheinauen bei Weisweil. Sie dokumentierten dabei rund 2.300 Arten. Außerdem widmeten sie sich der Frage, welche "Dienstleistungen" die Natur für den Menschen erbringt und wie sich der Nutzen der Vielfalt in Geldwert umrechnen lässt. Auch Wissenschaftler des Umweltforschungszentrums Leipzig waren vor Ort und analysierten, wie sich der Wert der gefundenen Vielfalt in den Freiburger Ökosystemen nach ökonomischen Kriterien beziffern lässt.

In den vier kartierten Gebieten konnten elf Fledermausarten gefunden werden. Besonders hervorzuheben sind die Funde der Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) in den Rheinauen, der Nordfledermaus (Eptesicus nilssonii) am Feldberg, die nur in Höhenlagen vorkommt und deswegen schwer nachweisbar ist, und der äußerst seltenen Fransenfledermaus (Myotis nattereri ) im Mooswald.

Insgesamt konnten im Gebiet Feldberg 43 Vogelarten nachgewiesen werden. Ein fütterndes Dreizehenspechtpaar, dessen Höhle und Brut selbst den Experten vor Ort bisher unbekannt waren, wurden gesichtet. Der Dreizehenspecht ist in Baden-Württemberg als stark gefährdet eingestuft. Ebenfalls am Feldberg gefunden wurde der Bergpieper (Anthus spinoletta), der in Baden-Württemberg vom Aussterben bedroht ist. Im Oberbrunnental bei Ihringen im Kaiserstuhl, einem der wärmsten Gebiete Deutschlands, wurde der Wiedehopf (Upupa epops) dokumentiert, der in Baden-Württemberg nur in der Region Freiburg mit rund 100 Brutpaaren vorkommt und in der Roten Liste des Bundeslandes als stark gefährdet eingestuft ist.

Die Amphibien-Experten freuten sich über eine stabile Population der stark gefährdeten und europaweit geschützten Gelbbauchunke (Bombina variegata) in den Rheinauen bei Weisweil. In der Region Kaiserstuhl wurde die Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) nachgewiesen, die deutschlandweit nur hier zu finden ist. Dieses Vorkommen unterstreicht die Bedeutung der Region für wärmeliebende, mediterrane Arten.

Die Ergebnisse liefern einen eindrucksvollen Beweis dafür, dass die Region Freiburg eine der artenreichsten Regionen ganz Deutschlands ist, weil auf engstem Raum sehr unterschiedliche Lebensräume wie der Feldberg mit fast 1.500 Meter Höhe oder der Kaiserstuhl als Wärmeinsel in Süddeutschland vorzuweisen sind.

Projekte in ganz Deutschland und darüber hinaus Insgesamt gibt es in diesem Jahr über 500 Aktionen zum GEO-Tag der Artenvielfalt, an denen mehr als 30.000 Menschen beteiligt waren. Auch die Redaktionen der 18 Auslandssausgaben von GEO haben in ihren Ländern jeweils einen Tag der Artenvielfalt veranstaltet; von Indien über Kroatien und Finnland bis nach Brasilien. Darüber hinaus wurde mit Unterstützung der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in 15 Ländern ein solcher Aktionstag ausgerichtet. Unterstützt wurden die internationalen Aktionen vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Bilder vom GEO-Tag der Artenvielfalt in der Region Freiburg finden Sie zum Download unter www.geo.de/aktion2010 im Artikel "12. GEO-Tag der Artenvielfalt" unter "Presse-informationen".

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Maike Pelikan
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Leiterin Regionale Pressearbeit für den GEO-Tag
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