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Neues vom Scheiterhaufen Historiker haben die "Causa Hexenverfolgung" neu aufgerollt

Hamburg (ots) - Millionen Frauen sind im Mittelalter von der "Heiligen Inquisition" als Hexen verbrannt worden. Wirklich Millionen? Wirklich Opfer der katholischen Kirche? Wirklich Frauen? Wie GEO in seiner heute erscheinenden April-Ausgabe berichtet, ist die Forschung mittlerweile zu einem differenzierteren Bild der immer noch mit jeder Menge Legenden behafteten Hexenverfolgung gekommen. Danach waren es nicht neun Millionen, sondern vermutlich rund 50 000 Menschen, die über dreieinhalb Jahrhunderte als vermeintliche "Hexen" ums Leben gebracht wurden. War die Hexenverfolgung keine Erscheinung des "finsteren Mittelalters", sondern setzte erst zu Beginn der Neuzeit ein. War sie keine originäre Praxis der katholischen Kirche, sondern hatte ebenso protestantische und weltliche Wurzeln und ihr Zentrum nicht etwa im europäischen Süden, sondern in Deutschland. Und schließlich: Es sind nicht nur Frauen verfolgt worden, sondern zu rund einem Viertel auch Männer, in manchen deutschen Landstrichen mehr Männer als Frauen. Beispiel Bamberg: Hier leerten sich im Zuge der Hexenverfolgung zwischen 1626 und 1630, vermutliche Opferzahl 900, nicht die Behausungen verdächtiger Kräuterweiblein, sondern die Patrizierhäuser, wurden Kanzler, fürstliche Sekretäre, Bürgermeister, Vögte und Mitglieder des Stadtrates verbrannt. Beispiel Baskenland: Als dort, etwa 1609, die Hexenhysterie ausbrach, war es der Inquisitor der katholischen Kirche, der sagte, dass es weder Hexen noch Verhexte gebe, und gegen die Todesstrafe auftrat - einige Zeit, nachdem der protestantische Reformator Luther geschrieben hatte: "Die Zauberinnen ... schaden mannigfaltig. Also sollen sie getötet werden." Von der Nazi-Ideologie, die Hexen zu Müttern einer germanischen Ur-Religion und Hüterinnen eines nordischen Ur-Matriarchats machte, bis zu einer feministischen These in den USA, wonach die Hexenverfolgung ein "Gynozid", ein Massenmord am weiblichen Geschlecht gewesen sei: Die neue Forschung ist dabei, einen Mythen- und Theoriesalat zu entsorgen, wie er zu kaum einem anderen Geschichts-Phänomen aufgetischt worden ist. Die ganze Geschichte in der April-Ausgabe von GEO. Die aktuelle GEO-Ausgabe umfasst 154 Seiten, kostet 6,30 Euro und ist ab sofort im Handel erhältlich. Unter www.geo.de/presse-download finden Sie das aktuelle Heftcover zum Download. Pressekontakt: Maike Pelikan GEO Marktkommunikation Telefon +49 (0) 40 / 37 03 - 21 57 Telefax +49 (0) 40 / 37 03 - 56 83 E-Mail pelikan.maike@geo.de Internet www.geo.de Original-Content von: Gruner+Jahr, GEO, übermittelt durch news aktuell

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