ADAC

12. Fachtagung Luftrettung in Berchtesgaden
ADAC fordert Abbau bürokratischer Barrieren
Gesamteuropäisches Denken im Rettungswesen erforderlich

    München (ots) - Weniger Bürokratie und mehr notfallorientiertes Denken bei der grenzüberschreitenden Luftrettung in Europa hat ADAC-Präsident Peter Meyer auf der 12. Fachtagung Luftrettung in Berchtesgaden gefordert. Die Fachtagung ist am Freitag zu Ende gegangen. Vor rund 350 Notärzten, Rettungspiloten, Vertretern von Rettungsorganisationen, Verwaltung und Politik aus acht Ländern mahnte Meyer eine stärkere gesamteuropäisch ausgerichtete Denkweise an. Dabei erinnerte der ADAC-Präsident an die Probleme, die die neuen Landeplatzbestimmungen für Rettungshubschrauber verursacht haben. In einem Grußwort an die Kongressteilnehmer hat der bayerische Innenminister Dr. Günther Beckstein den hohen Stellenwert der Luftrettung für den gesamten Rettungsdienst verdeutlicht.          Auf dem Kongress unterstrich der ADAC seine Hauptforderung nach dem Ausbau der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Rettungswesen. Mit der Einführung eines Qualitätsmanagements zur weiteren Verbesserung der Patientenversorgung setzen die Luftretter einen weiteren Schwerpunkt für die Arbeit der kommenden Jahre. Drittes zentrales Thema ist der Strukturwandel im Rettungswesen. In den vergangenen Jahren haben sich die ursprünglich nur als ergänzendes Rettungsmittel eingesetzten Hubschrauber immer mehr zum unverzichtbaren Bestandteil der medizinischen Grundversorgung entwickelt. Die Luftrettung steht nun vor der Aufgabe, ihre Strukturen an die geänderte Situation anzupassen.          Schrittmacher für Europa          Die Fachleute waren sich einig, dass der Luftrettung bei der grenzüberschreitenden Nutzung gemeinsamer Ressourcen eine entscheidende Schrittmacherfunktion im Rettungswesen zukommt. Bei der internationalen Zusammenarbeit der Luftretter existieren bereits zahlreiche Gemeinschaftsprojekte sowohl im operativen Einsatzgeschehen als auch bei der Ausbildung. Erforderlich für ein reibungsloses Zusammenspiel bei der grenzüberschreitenden Rettung von Menschenleben ist ein Konsens über notfallmedizinische Behandlungsprinzipien. Hinzu kommt, dass auch die rechtlichen Grundlagen noch geschaffen werden müssen.          Qualitätsmanagement flächendeckend          Die Einführung eines flächendeckenden Qualitätsmanagements in der Luftrettung betrifft die Bereiche Medizin, Flugbetrieb und Technik. Dabei stehen die Notfallretter in Deutschland vor der Situation, dass jedes Bundesland seine eigenen Standards im Rettungswesen hat. "Wir wollen für die Luftrettung bundesweit aber einheitliche Standards erzielen. So können wir auch in Zukunft weiter eine Patientenversorgung auf allerhöchstem Niveau sicher stellen", erläutert Dr. Erwin Stolpe, Leitender Arzt der ADAC-Luftrettung. Derzeit entsteht in Zusammenarbeit mit vielen Beteiligten ein umfangreiches Handbuch, das die wesentlichen medizinischen Standards festhält. Als Grundlage dienen die Empfehlungen der Fachgesellschaften. In der ADAC-Luftrettung sind Datenerfassungs- oder Dokumentationssysteme weitgehend etabliert beziehungsweise fertig gestellt. So sind im Flugbetrieb sowie bei der Technik Qualitätssicherungshandbücher und Checklisten schon heute im Einsatz.

    
    Neue Rolle für die Luftrettung
    
    Die Neuorientierung der Luftrettung innerhalb des Rettungswesens
ist durch einen Rollenwechsel gekennzeichnet. Während
Rettungshubschrauber ursprünglich als Ergänzung zur bodengebundenen
Rettung galten, versorgen fliegende Ärzte heute einen
überproportionalen Anteil der schwerst verletzten Notfall-Patienten.
Dr. Stolpe: "Die Luftrettung hat eine Grundversorgungsfunktion
übernommen, die neue Anforderungen an die Verfügbarkeit der
Hubschrauber mit sich bringt. Die zeitliche Verfügbarkeit muss nun
dem Bedarf angepasst werden. So müssen wir zum Beispiel darüber
nachdenken, an welchen Standorten in Zukunft eine Ausweitung der
Einsatzzeiten auf die Nachtstunden erforderlich ist." Zur
Bedarfsermittlung seien zunächst standortbezogene Analysen von
Einsatzabläufen, Einsatzhäufigkeit und örtlichen Strukturen
erforderlich. Durch die Hilfe modernster Technologien
(Restlichtverstärker-Brillen, laserunterstützte
Hinderniserkennungs-Systeme, Wärmebildkameras) sind Nachteinsätze aus
fliegerischer Sicht heute kein Problem me
    hr.
    
    Wachsender Bedarf an Verlegungsflügen
    
    Vor dem Hintergrund aktueller gesundheitspolitischer Entwicklungen
hat auch der Einsatz von Hubschraubern für die Verlegung
intensivpflichtiger Patienten an Bedeutung gewonnen. Bei der Zahl der
Interhospitaltransfers erwarten Experten in den kommenden fünf Jahren
Zuwächse von bis zu 20 Prozent. Um diesem wachsenden Bedarf in
Zukunft gerecht zu werden, sprach sich der ADAC in Berchtesgaden für
die Einführung universell einsetzbarer Hubschrauber aus, die sowohl
bei der klassischen Primärrettung (Unfälle, schwere akute
Erkrankungen, internistische Notfälle) als auch in der
Sekundärrettung (Verlegung) eingesetzt werden können.
    
    
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