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Hüppe: Heroinprojekt wird zum Desaster

    Berlin (ots) - Zu den Schwierigkeiten bei dem geplanten
Modellversuch zur heroingestützten Behandlung erklärt der
drogenpolitische Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagesfraktion, Hubert
Hüppe MdB:
    
    Kaum noch eine Chance hat offensichtlich das Heroinabgabeprojekt
der rot-grünen Bundesregierung, wenn sie ihre eigenen Kriterien
ernstnimmt. Der seit über drei Jahren von der Bundesregierung
forcierte Versuch erreicht offenbar nicht die Zielgruppe der
verelendeten Schwerstabhängigen. Lediglich in Karlsruhe und Bonn sind
bislang überhaupt Testpersonen gefunden worden, in Bonn gerade einmal
15 von 100 angestrebten.  
    
    Die massiven Proteste der Anwohner in Hamburg zeigen, dass auch
die Bürger mit  dem Projekt staatlicher Heroinabgabe überfordert
sind. Bislang stehen weder in Hamburg, noch in Frankfurt oder
Hannover Standorte für Heroinambulanzen fest.
    Zudem wird das ausschließlich auf Heroin fixierte Projekt dem
Mischkonsum, der bei den Drogenabhängigen die Regel ist, nicht
gerecht. Gerade in Frankfurt wird von Fachleuten darauf hingewiesen,
dass das primäre Problem der Drogenkranken vor allem in dem Beikonsum
von Crack besteht. Die Bundesregierung muss endlich erkennen, dass
sie eine wichtige Entwicklung verpasst hat und ihr Heroinprojekt
veraltet ist.
    
    Befremden muss auch die Sicherheit, mit der der Projektleiter des
Heroinprojekts, Prof. Michael Krausz, schon vor dem Start des
Modellversuchs äußert, dass Drogenabhängige künftig generell Heroin
auf Krankenschein erhalten können.
    
    Im Gegensatz zu dem von der WHO kritisierten Schweizer
Heroinversuch soll das deutsche Projekt gerade klären, ob erzielte
Wirkungen auf das Heroin oder die zusätzlichen durchgeführten
psychosozialen Begleitmaßnahmen zurückzuführen sind. Daher soll die
Hälfte der Teilnehmer zur Kontrolle nur Methadon erhalten. Das
betonte auch die Bundesregierung selbst noch 1999 in einer Kleinen
Anfrage der CDU/CSU-Fraktion (Drs. 14/1940).
    
    Fraglich ist nun, wozu der Versuch überhaupt noch stattfinden
soll, wenn das Ergebnis für den Projektleiter schon vor dem Start
feststeht. Fraglich ist auch, ob Prof. Krausz der richtige Mann für
einen Versuch ist, der erst noch Beweise erbringen soll.
Wahrscheinlicher ist aber, dass die Bundesregierung nach drei
tatenlosen Jahren Drogenpolitik endlich einen Erfolg vorweisen muss.
    
    Währenddessen lähmt die dreijährige Fixierung auf das
Heroinprojekt die abstinenzorientierte Drogenpolitik. So wurden die
Präventionskürzungen um fast 8 % seit 1999 bis heute beibehalten. Für
eine Qualitätssicherung bei der psychosozialen Begleitung bei der
Methadon-gestützten Behandlung sieht die Bundesregierung weiterhin
keinen Handlungsbedarf.
    
    Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion warnt die Bundesregierung davor,
bei einem sich andeutenden Mangel von Teilnehmern bei dem
Heroinprojekt die Anforderungen für die sog. Schwerstabhängigkeit,
die Voraussetzung für eine Teilnahme ist, zu senken, nur um ein
Scheitern des Versuchs nicht eingestehen zu müssen.
    
    
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