CDU/CSU - Bundestagsfraktion

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Widmann-Mauz/Aigner: Den Frauen die Arbeit, den Männern die Ehre?

    Berlin (ots) - Anläßlich eines Gespräches mit Vertreterinnen von
Verbänden und Organisationen erklären die Vorsitzende der Gruppe der
Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Annette Widmann-Mauz MdB, und
die Obfrau der Fraktion in der Enquete-Kommission "Zukunft des
Bürgerschaftlichen Engagements", Ilse Aigner MdB:
    
    Etwa 23 Millionen Menschen leisten in Deutschland regelmäßig oder
projektbezogen ehrenamtliche Arbeit. Es sind häufig Frauen, die dort
zupacken, wo ihre Hilfe und Tatkraft gefragt sind. Ohne sie wäre
unsere Gesellschaft ärmer; ihre Arbeit ist unbezahlbar, mehr noch ihr
Engagement und ihre Kreativität.
    
    Ehrenamtliche Arbeit begegnet uns täglich in vielerlei Gestalt und
in den unterschiedlichsten Bereichen. In Krankenhäusern und in der
Seniorenarbeit, in den Kirchen und sozialen Diensten der Kommunen, in
Sport und Kultur, bei der Betreuung von Kindern und behinderten
Menschen, in der Beratung von Existenzgründer/-innen und in der
wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern, in den
Freiwilligendiensten, bei den Rettungsdiensten, bei der Polizei, in
Vereinen und Verbänden aller Art ginge nichts ohne die
Ehrenamtlichen.
    
    Anerkennung wird ihnen dafür kaum zuteil.
    
    Die in der ehrenamtlichen Arbeit bewiesenen Fähigkeiten und
erworbenen Kompetenzen werden nur selten als berufliche
Qualifikationen bei Praktika, Bewerbungen oder Beförderungen
anerkannt. Dies gilt selbst dann, wenn es sich um berufsnahe Bereiche
handelt. Ebenso wird nur in wenigen Fällen ehrenamtliches Engagement
bei der Erstellung von Zeugnissen berücksichtigt.
    
    Pauschale Aufwandsentschädigungen werden in der Regel nicht
gezahlt. Dort, wo sie dennoch üblich sind, decken sie zumeist nicht
einmal die entstehenden Kosten. Zudem sind sie nach dem Willen der
rot-grünen Bundesregierung jetzt auch noch steuer- und
sozialversicherungspflichtig.
    
    Die Union hat mehrere Anträge im Deutschen Bundestag gestellt, um
die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen zu unterstützen und zu
erleichtern.
    
    Zur Zeit wird im Deutschen Bundestag ein Gesetzentwurf der
Unionsfraktion beraten, der die Stärkung ehrenamtlicher Tätigkeit in
Vereinen und Organisationen zum Inhalt hat.
    
    Konkret fordert die Union darin:
    
    - Ausdehnung der steuerfreien Einnahmen nach §3 Nr. 26 EstG auf
ehrenamtliche Vorstandsmitglieder, Funktionsträger/-innen und
Helfer/-innen
    
    - Erhöhung der steuerfreien Einnahmen (§3 Nr. 26 EstG) von 3600 DM
auf 4800 DM pro Jahr
    
    Die Union tritt außerdem dafür ein, den gemeinnützigen Vereinen
eine höhere Steuerfreigrenze zu gewähren, damit sie mehr finanziellen
Spielraum zur Erfüllung ihrer Aufgaben haben.
    
    Die Vertreterinnen der Verbände und Organisationen begrüßten
grundsätzlich alle Aktivitäten, die geeignet sind, die ehrenamtliche
Arbeit aufzuwerten. Sie haben mit Nachdruck deutlich gemacht, dass es
dabei einerseits um eine verstärkte gesellschaftliche Wertschätzung
und Anerkennung gehen müsse, dabei aber nicht bleiben könne.
    
    Einen besonders hohen Stellenwert bei den Verbänden und
Organisationen nimmt die Forderung nach einer Berücksichtigung des
ehrenamtliches Engagement in der Alterssicherung ein. Eine generelle
rentenrechtliche Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit ist schwierig.
Denkbar sind aber - nach dem Grundgedanken der Subsidiarität -
Lösungen, bei denen die Verbände und Organisationen die für sie und
bei ihnen Tätigen absichern.
    
    Für die ehrenamtlich Tätigen werden versicherungsrechtliche
Absicherungen für Unfall- und Haftpflichtschäden erwartet.
    
    Vielfach betont wurde die Notwendigkeit, neue Formen der
ehrenamtlichen Arbeit und Mitbestimmungsmodelle zu entwickeln.
    
    Mehr Weiterbildungsangebote für die Ehrenamtlichen und eine
Anerkennung der in ihrer Tätigkeit erworbenen Qualifikationen sollten
selbstverständlich sein.
    
    Projektarbeit ist wichtig, um insbesondere jüngere Menschen für
gemeinwohlbezogenes Engagement zu begeistern. Sie ersetzt
kontinuierliche Strukturen und Erfahrungen der Verbandsarbeit aber
nicht, sondern ergänzt diese. Wichtig ist daher auch in Zukunft,
bestehende Strukturen zu fördern, ohne deren Anleitung und
Unterstützung Ehrenamtliche häufig nicht sinnvoll arbeiten könnten.
    
    Die Union wird sich auch weiterhin entschieden dafür einsetzen,
daß in die derzeitige Stagnation bei der Förderung des Ehrenamtes
Bewegung kommt.
    
    
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