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Merz: Es geht um ein erneuertes bürgerschaftliches Gemeinwesen

    Berlin (ots) - In der Ausgabe der Nordsee- und Wetzlarer Zeitung
vom 9.12.2000 erscheint folgende Kolumne des Vorsitzenden der
CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Friedrich Merz MdB:
    
    Globalisierung mit weltweitem Wettbewerb, Weltinnenpolitik,
Wertewandel, flexibilisierte Arbeitswelt, neuartige Technologien,
weltweite Kommunikation, alternde Bevölkerungen, Wissensgesellschaft
und "new economy" sind Zeichen schnellen, fundamentalen Wandels.
    
    Reagieren wir darauf mit einer "Furcht vor der Freiheit", wie der
Philosoph Erich Fromm? Geben wir zu: Es gibt zarte Pflänzchen
gesellschaftlicher Erneuerung, aber vorherrschend ist noch immer viel
altes Denken und vor allem: ängstliches Festhalten an Besitzständen.
`Veränderung - wenn es denn nicht anders geht, aber bitte nicht bei
mir´, so lautet das Ergebnis von Meinungsumfragen. Nur: So kommen wir
nicht weiter. Es geht um die Wiederentdeckung von Freiheit, von
selbsttätiger Einmischung. Freiheit heißt Wandlungsfähigkeit.
    
    Unser Leitbild für das 21. Jahrhundert ist die "starke
Demokratie". Diese grenzt keinen aus, sondern baut Brücken in die
Gesellschaft. Starke Demokratie, das heißt die Gestaltung der
strukturellen Umbrüche durch eine aktive Bürgergesellschaft.
    
    Es geht um selbstbewusste Bürger, die die Chancen der Freiheit
verantwortlich wahrnehmen. Und um Organisationen - Staat,
Unternehmen, Institutionen und Verbände -, die sich auch als soziale
Einrichtungen verstehen und für die der eigene Beitrag zum Gemeinwohl
Kernbestandteil ihres Selbstverständnisses ist. Wer eine starke
Demokratie will, muss deren Teile stärken. Eine Politik des Wandels
der Staatstätigkeit, der Erweiterung auf die Europäische Union und
einer beginnenden Ausformung der Weltgesellschaft fordert zugleich
den Vorrang für eine Politik, die die kleinen Einheiten stärkt. Das
ist die große Renaissance des Subsidiären und Föderalen, des
Kommunalen und der Regionen, der Netzwerke und kleinen
Gemeinschaften. Das ist auch die Neuentdeckung von Ludwig Erhard, für
den Wirtschafts- und Sozialpolitik immer Gesellschaftspolitik war,
als untrennbare Bestandteile der Sozialen Marktwirtschaft. Was
Wettbewerb und Marktkoordination für die Wirtschaft ist, das ist für
die Gesellschaft Ehrenamt, Freiwilligentätigkeit und Selbsthilfe. Die
"Starke Demokratie" lebt von einer Neuanordnung von Rechten und
Pflichten, von Eigeninteresse und Solidarität, von Vorteilen aus
Wettbewerb und Kooperation. Es geht um ein erneuertes
bürgerschaftliches Gemeinwesen, die Förderung einer neuen
Sozialkultur. Um unser wirtschaftliches und soziales Kapital. Nicht
um Furcht vor der Freiheit, sondern Freude an der Freiheit. In Arbeit
ist nichts weniger als ein neuer Gesellschaftsvertrag.
    
    
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