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Koschyk: Vertriebene vermissen Einsatz der Bundesregierung für "Zentrum gegen Vertreibungen"

Berlin (ots) - Zur gegenwärtigen Diskussion über die Errichtung eines "Zentrums gegen Vertreibungen" in Berlin erklärt der vertriebenenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hartmut Koschyk MdB: Die Bemühungen des Bundes der Vertriebenen, in Berlin ein "Zentrum gegen Vertreibungen" als Ausstellungs- und Dokumentationsstelle einzurichten, sind mit Nachdruck zu begrüßen. Das Vertreibungsunrecht war für Millionen Menschen die zentrale Schicksalserfahrung des 20. Jahrhunderts. Am Ende des Zweiten Weltkriegs und danach wurden rund 15 Millionen Deutsche aus ihrer Heimat vertrieben. Auch andere Völker haben dieses Verbrechen erlitten. Es ist deshalb verdienstvoll, dass sich auch ein bekannter Sozialdemokrat wie Prof. Peter Glotz für die Errichtung des "Zentrums gegen Vertreibungen" ausspricht. Ebenso anerkennenswert ist Glotz' Hinweis auf den Charakter der Vertreibung als Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Den Befürwortern des "Zentrums" hingegen vorzuwerfen - wie dies einige Gegner tun -, sie wollten damit die NS-Verbrechen relativieren, ist absurd und zeugt von ideologischer Einäugigkeit gegenüber Opfern politisch motivierter Gewaltverbrechen. Vielmehr geht es um die Darstellung verletzter Menschenwürde. Peter Glotz' Hinweise sollten gerade Bundeskanzler Gerhard Schröder veranlassen, sich ernsthaft und intensiv mit dem Vorhaben des "Zentrums gegen Vertreibungen" auseinander zu setzen. Dann würde er erkennen, dass seine Skepsis und eher zur Ablehnung tendierende Zurückhaltung in dieser Frage, die er auf der Festveranstaltung des Bundes der Vertriebenen am 3. September 2000 in Berlin an den Tag gelegt hat, unangebracht sind. Vielmehr sollte er dem Projekt seine persönliche Unterstützung gewähren. Die deutschen Vertriebenen dürfen nicht den Eindruck gewinnen, dass sie von der Bundesregierung als zu vernachlässigendes Randphänomen und als Opfer zweiter Klasse betrachtet werden. Die rot-grüne Bundesregierung unternimmt freilich nichts, das diesen Eindruck erschüttern könnte. Die berechtigten Anliegen der deutschen Heimatvertriebenen werden von der Bundesregierung weder bei der bevorstehenden Osterweiterung der Europäischen Union berücksichtigt, noch wird der gesetzliche Auftrag, das Kultur- und Geschichtserbe der deutschen Heimatvertriebenen zu erhalten, vom Bundeskulturbeauftragten tatsächlich ernst genommen. Die bisherigen Äußerungen des Bundeskanzlers zum "Zentrum gegen Vertreibungen" fügen sich bedauerlicherweise in diese Reihe ein. ots Originaltext: CDU/CSU-Bundestagsfraktion Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Rückfragen bitte an: CDU/CSU-Bundestagsfraktion Pressestelle Tel.: (030) 227-52360 Fax: (030) 227-56660 Internet: http://www.cducsu.bundestag.de E -Mail: fraktion@CDUCSU.Bundestag.de Original-Content von: CDU/CSU - Bundestagsfraktion, übermittelt durch news aktuell

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