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K1 Die Reportage: "Das Geschäft mit der Pleite"
Ein Film von Ralf Wilharm

    Unterföhring (ots) - Herbert Hehenberger ist professioneller
Räumungsverkäufer. Wo immer Geschäfte pleite gehen, ist er zur
Stelle. Der 47-Jährige hat bei jedem Räumungsverkauf von Anfang an
das Zepter in der Hand. Auch wenn Firmeninhaber, Angestellte und
Gläubiger in Räumungsverkäufern nicht selten nur die Pleitegeier
sehen - sein Ziel heißt: Das Geld reinholen, das der Eigentümer für
den Warenbestand bezahlt hat, die Kosten für den Ausverkauf decken
und eventuell noch einen kleinen Gewinn einfahren.
    
    "K1 Die Reportage"-Autor Ralf Wilharm begleitet Herbert
Hehenberger bei seiner Arbeit. Ein Baumarkt ist in der letzten Phase
des Räumungsverkaufes: Inhaber und Geschäftsführer haben sich
entschlossen, den Laden zu schließen. Insgesamt 24 Tage lang haben
die Kunden während eines Räumungsverkaufes Zeit, die besten
Schnäppchen zu ergattern. Und innerhalb dieser 24 Tage muss möglichst
die komplette Ware raus. Ein Job, den Herbert Hehenberger routiniert
aber auch bestimmt durchführt. Im Schnitt kommen pro Tag 1.000
Käufer, um sich den 50-prozentigen Rabatt zu sichern.
    
    "K1 Die Reportage" zeigt, was Herbert Hehenberger alles tun muss,
wenn ein Porzellanladen seine Pforten für immer schließen will. Erste
Regel: Sämtliche Lagerbestände müssen nun ebenfalls in die
Verkaufsregale, denn die Kunden sollen von Anfang an alle Waren
überschauen können. Zweite Regel: Die Kunden müssen auf den fast
vergessenen Laden aufmerksam gemacht werden. Eine aggressive
Außenwerbung und eine Anzeige in der Zeitung sollen helfen, möglichst
viele Schnäppchenjäger anzulocken. Viel Gewinn ließ sich mit dem
Traditionsunternehmen in den letzten Jahren nicht mehr verdienen. Das
war 1965 ganz anders, als Wilhelm Abendroth das Geschäft in der
zweiten Generation übernahm. Doch die goldenen Zeiten des
Einzelhandels sind vorbei - jetzt wollen er und seine Frau Gisela
ihren Lebensabend in Ruhe genießen.
    
    Was an Ware bei den Räumungsverkäufen übrig bleibt - oft nur zwei
bis drei Prozent des ursprünglichen Bestandes - holen sogenannte
"Staubsauger" ab: Restpostenhändler, die am letzten Tag mit
Kleinlastern vorfahren und die Ladenhüter aus den Regalen räumen.
Einer von ihnen ist Werner Rüsing aus Paderborn. Er ist zur Stelle,
wenn in den Geschäften endgültig die Lichter ausgehen. Die
spottbillig erworbenen Produkte verhökert er wiederum an die großen
Restposten-Ketten, oder er verkauft sie in seinem eigenen kleinen
Laden. Anfang der 80er Jahre entdeckte er den großen Markt der
Restposten für sich.
    
    K1 Die Reportage:
    "Das Geschäft mit der Pleite" - am Donnerstag, den 18. Oktober
2001 um 22:15 Uhr bei Kabel 1.
    
ots Originaltext: Kabel 1
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