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Risiko Talsperren: ZDF-"planet e." über Folgen des Klimawandels

Wie sicher sind die deutschen Staumauern? Die Ennepetalsperre in Nordrhein-Westfalen bändigt zwölf Millionen Kubikmeter Wasser. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7840 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ZDF/Marcel Schmitz"

Mainz (ots) - Aufgrund des Klimawandels und zahlreicher Überschwemmungen drohen vermehrt Gefahren durch Talsperren und Staudämme. Nicht erst nach einem Beinahe-Dammbruch in Kalifornien bewerten Ingenieure und Behörden weltweit die Risiken neu. In der ZDF-Umwelt-Reihe "planet e." gehen am Sonntag, 23. Juli 2017, 14.45 Uhr, die Autoren Volker Wasmuth und Patrick Zeilhofer der Frage nach: Wie sicher sind Europas Talsperren? Und reichen die vorhandenen Alarmsysteme aus?

Die Doku "Talsperren - die unterschätzte Gefahr" zeigt, inwiefern die gigantischen Bauwerke, die für die Energieerzeugung Flüsse und Seen aufstauen, die Menschen inzwischen vor große Herausforderungen stellen: Der Klimawandel lässt Gletscher schmelzen, sintflutartige Regenfälle sind zu erwarten. Die Wassermassen gefährden die Menschen in den Tälern unterhalb der Staumauern. Felsstürze könnten in den kommenden Jahren so genannte Schwallwellen auslösen, die tsunamiähnlich bis zum Rhein zu spüren sein könnten, warnt Prof. Wilfried Haeberli, einer der renommiertesten Gletscherforscher in Europa.

Staudämme müssen laufend überwacht und gewartet werden. So wie die Staumauer "Grande Dixence" in der Schweiz, mit etwa 285 Metern die höchste Gewichtsstaumauer der Welt. Das Schmelzwasser von 35 Walliser Gletschern rund um Zermatt staut sich vor dem Mammutbauwerk. Dr. Georges Darbre vom Schweizer Umweltministerium hat in den vergangenen Jahren die Betreiber angewiesen, einige Talsperren wegen der Erdbebengefahr baulich zu verstärken. Er verlangt Notfallpläne und Alarmketten. Nicht nur wegen des Klimawandels, sondern auch mit Blick auf möglichen Vandalismus oder auf Terrorakte.

Auch in Deutschland sind viele Anlagen mehr als 100 Jahre alt. Der beim Bau verwendete Trass-Kalk-Mörtel wurde im Lauf der Jahrzehnte immer weiter ausgewaschen. "Langfristig ein Stabilitätsproblem", sagt Prof. Volker Bettzieche von der Ruhr-Universität Bochum. Den deutschen Talsperren-Betreibern ist das Problem bekannt. Sie haben zusätzliche Betonschichten vergossen, Kontrolltunnel in die Staumauern gezogen und moderne Alarmsysteme installiert.

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