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auslandsjournal, Donnerstag, 6. Juni 2002, 21.15 Uhr

    Mainz (ots) -
    
    Donnerstag, 6. Juni 2002, 21.15 Uhr
    auslandsjournal
    mit Dietmar Ossenberg
    
    Schnupper-Truppe - Ratten räumen Minenfelder
    
    Ein lausiger Montagmorgen für Mr. Bean. Die Wolken hängen tief, es
hat geregnet und er muss raus an die Arbeit. Sieben Meter hin, sieben
Meter her, ein Drahtseil führt ihn Stück für Stück über das Feld.
Eingebrockt hat ihm diese Arbeit seine exzellente Nase: Mr. Bean vom
Volk der Riesenbeutelratten soll eine Panzermine finden.
    
    "Sie haben ihre Launen", erklärt Projektleiter Bart Weetjens. "Der
Montag nach dem Wochenende ist nicht der beste Tag fürs Training.
Manche sind dann ein bisschen faul, andere zu nervös - launisch
halt."
    
    ZDF-Reporter Walter Heinz ist skeptisch: Ratten als Retter? Für
jeden, der Afrika kennt, sind die Viecher bisher höchstens eine
körnerfressende Plage. Doch Mr. Bean zeigt auch diesmal wieder, was
er drauf hat. Plötzlich bleibt er stehen, schnuppert, scharrt in der
Erde - er hat die Mine entdeckt. Sein Finderlohn ist ein Stück
Banane, Mr. Beans Leibgericht.
    
    20 Minuten braucht die afrikanische Riesenbeutelratte für ein
Gelände von 140 Quadratmetern, Trefferquote 100 Prozent. Jede Mine,
welcher Bauart auch immer, spürt sie auf. Das sind die erstaunlichen
Testergebnisse der Forscher von der Universität Antwerpen. Seit fünf
Jahren bilden sie die katzengroßen Nagetiere aus, erst unter
Laborbedingungen, jetzt in einem Feldversuch in Tansania. Und Tag für
Tag zeigt sich, dass die Riesenratten einen Top-Job machen. Selbst
Hunde können da nicht mithalten. Die Ratten sind zuverlässiger,
werden seltener krank, lassen sich nicht so leicht ablenken und
halten viel länger durch. Und außerdem sind sie leichter als Hunde,
so dass sie einen Sprengkörper nicht auslösen, wenn sie darauf
treten.
    
    Arbeit für die Riesenratten gibt es genug, denn Millionen der
tückischen Sprengsätze sind in mehr als 60 Ländern weltweit
vergraben. Durchschnittlich alle 30 Minuten wird ein Mensch bei einer
Explosion getötet oder verstümmelt. Im Herbst haben die Ratten ihren
ersten ernsten Einsatz in Mosambik. Und auch an internationalen
Flughäfen könnten sie schon bald zum gewohnten Bild beim Gepäck-Check
werden - die Schnupper-Truppe entdeckt selbst kleinste Mengen
Sprengstoff.
    
    ZDF-Korrespondent Walter Heinz hat die kleinen Lebensretter und
ihre Ausbilder in Morogoro beobachtet und sich von ihrem Können
überzeugt.
    
    Weitere Themen:
    
    Das vergessene Volk - Dirg Sager exklusiv aus Tschetschenien
    Buddhas Bräute - Koreanische Nonnen im Fußballfieber
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