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ZDF-Pressemitteilung
ZDF-Magazin "Frontal 21": Augenzeuge bestätigt Barspende Schreibers an CSU

    Mainz (ots) - Die Aussagen des Waffenlobbyisten Karlheinz
Schreiber vor dem Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages in
Toronto über illegale Parteispenden an die CSU hat jetzt ein
Augenzeuge bestätigt. Der frühere Geschäftsführer der Schreiber-Firma
BBC, Albert Birkner, sagte gegenüber dem ZDF-Magazin "Frontal 21",
dass er bei einer Bargeldübergabe Schreibers an den
CSU-Spendensammler Franz Dannecker dabei war.
    
    Schreiber, so Birkner, habe im Jahr 1980 zunächst versucht,
CSU-Chef Franz Josef Strauß persönlich am Rande des Wiener Opernballs
100 000 Mark in einem Briefumschlag zu überreichen. Strauß habe an
Dannecker verwiesen, in dessen Kanzlei in München 14 Tage später die
Übergabe erfolgt sei. Wörtlich sagte Birkner gegenüber "Frontal 21":
"Ich saß dann im Vorzimmer, gab Herrn Schreiber das Kuvert mit der
Tasche, und Herr Schreiber übergab es Herrn Dannecker im Büro und kam
mit der leeren Tasche wieder zurück."
    
    Schreiber sagte gegenüber "Frontal 21", die Spende sei gestückelt
worden, damit sie nicht im Rechenschaftsbericht der CSU auftauchte.
Nach dem damals gültigen Parteiengesetz waren Spenden über 20 000
Mark veröffentlichungspflichtig. Wörtlich sagte Schreiber: "Dann
erfuhr ich eben, nachdem Herr Strauß mit Herrn Dannecker gesprochen
hatte und er die Spende bestätigt hatte, dass Herr Dannecker die
Spende gestückelt hat."
    
    Der damalige Generalsekretär der CSU, Edmund Stoiber, habe, so
Schreiber, von Geldflüssen über Dannecker gewusst. So wandte sich
Stoiber Anfang 1980 an die Firma Grundig, um den Ablauf einer
Parteispende an die CSU zu organisieren. Stoiber bat Grundig laut
einem internen Grundig-Vermerk, der "Frontal 21" vorliegt, "die
entsprechenden Maßnahmen über Herrn Rechtsanwalt Dr. Franz Dannecker
abwickeln" zu lassen.
    
    Weiter heißt es: "Abwarten, bis Dr. Dannecker durch...Dr. Stoiber
Mitteilung machen lässt, welcher Weg für die Zahlung eingeschlagen
werden soll. Kurze Zeit später zahlte Grundig 800 000 Mark auf ein
Anderkonto Danneckers. Das geht aus Ermittlungsunterlagen der
Staatsanwaltschaft Bonn im Zusammenhang mit der Flick-Affäre hervor.
    
    Mehr dazu in "Frontal 21" heute um 21.00 Uhr im ZDF.
    Rückfragen bitte an Redaktion , Tel.: 030/2099-1254,
    Fax: 030/2099-1289.
    
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