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ZDF-"Zeugen des Jahrhunderts": Thea Dorn spricht mit dem Schriftsteller Martin Walser

ZDF-"Zeugen des Jahrhunderts": Thea Dorn spricht mit dem Schriftsteller Martin Walser
Thea Dorn, Martin Walser Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7840 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ZDF/Svea Pietschmann"

Mainz (ots) - Martin Walser, mittlerweile fast 90 Jahre alt, ist der letzte "Großdichter" der alten Bundesrepublik. Ungern gibt er Interviews zu seiner Person. Doch der Publizistin Thea Dorn steht er für ZDF-"Zeugen des Jahrhunderts", am Sonntag, 28. August 2016, 0.10 Uhr, Rede und Antwort und gibt Einblicke in sein Denken und Fühlen.

1927 als Sohn eines Gastwirtes am Bodensee geboren, musste Martin Walser bis in die 70er Jahre warten, um zum literarischen Durchbruch zu gelangen. Mit "Ein fliehendes Pferd" legte er 1978 nach Kritikermeinung ein "Glanzstück deutscher Prosa" vor, das zudem ein Bestseller wurde. Zusammen mit seinen Schriftstellerkollegen Heinrich Böll, Günter Grass und Siegfried Lenz hat Walser das literarische Leben im alten Westdeutschland mitgestaltet und geprägt.

In den 60er Jahren galt er als "Linker", dann wieder bekannte er sein Leiden an der deutschen Teilung, was ihm das Etikett des "Rechten" einbrachte. Seine Dankesrede zum "Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1998" geriet zum Eklat und war nicht nur in den Feuilletons umstritten. Der Vorwurf des "latenten Antisemitismus" hat ihn seitdem immer wieder eingeholt. Bis heute ist Walser ein politischer und streitbarer Zeitgenosse.

Im Gespräch mit Thea Dorn begründet Walser, warum er sich schon zu Beginn seiner Karriere als Schriftsteller gegen das Dogma, Literatur müsse gesellschaftskritisch sein, gewehrt habe: "Der Autor ist auf keiner Position draußen, von der aus er die Gesellschaft kritisch beurteilen könnte, sondern er ist mittendrin. Er kann nur über sich in dieser Gesellschaft schreiben."

Deutschland, deutsche Schuld, war und ist für ihn Lebensthema, spätestens seit er die Auschwitz-Prozesse in Frankfurt besucht hat. Ein Thema, das ihn bis heute auch innerlich zerreißt: "Wenn ich Bilder aus Auschwitz sehe, muss ich weg schauen. Aber wenn ich nicht hinschaue, merke ich, dass sich von selber eine Verharmlosung einbürgern will. Da merke ich, das geht auch nicht. Ich muss wieder hinschauen. Aber wenn ich hinschaue, muss ich wieder wegschauen."

Dies anderen mitzuteilen, sieht er als seine Pflicht, aber auch als ein Recht: "Ich finde, es ist ein Menschenrecht und auch das eines Schriftstellers, dass er öffentlich sagen kann, wie es ihm mit etwas geht."

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