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Mainz (ots) -

Mittwoch, 29. Juni 2016, 22.45 Uhr

ZDFzoom
Generation Dschihad
Deutsche Jugendliche und der Terror
Film von Anna Feist und Kyo Mali Jung


820 Männer und Frauen aus Deutschland haben sich der 
Terrororganisation "Islamischer Staat" angeschlossen. Sie sollen dort
ausgebildet worden sein, um den Terror nach Europa zu bringen. 260 
von ihnen sind mittlerweile wieder in Deutschland. Der Präsident des 
Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, ist besorgt: 
"Die Anschlagsgefahr ist da, die Situation ist ernst, der IS hat sich
in den letzten Jahren zu einem Monster entwickelt."

"ZDFzoom" fragt: Warum geraten immer mehr Jugendliche in den Sog des 
IS?

Einer der Syrien-Rückkehrer: Harry S., ein Deutscher mit ghanaischen 
Wurzeln. Drei Monate war er bei der Terrormiliz, wurde ausgebildet in
einer Spezialeinheit. Gleich zu Beginn seiner Zeit sei er gefragt 
worden, ob er Anschläge in Deutschland begehen wolle. Harry S. dazu 
im Interview mit "ZDFzoom" und "Frontal 21": "Zwei Tage nach der 
Registrierung kamen zwei Franzosen. Die waren maskiert, man konnte 
die Gesichter nicht sehen, von oben bis unten bis an die Zähne 
bewaffnet. Dann haben sie gefragt: Wärt ihr bereit, auch nach 
Deutschland zu gehen, um Anschläge zu verüben in Deutschland? Wir 
haben das verneint, haben gesagt: Nein. Dann haben die gefragt, habt 
ihr Leute, die ihr kennt? Die in Deutschland aktiv sind, die bereit 
sind, ihr Leben zu geben? Da haben wir gesagt: Nein."

Derzeit muss sich Harry S. in einem Prozess wegen der Mitgliedschaft 
in einer terroristischen Vereinigung im Ausland verantworten. 
"ZDFzoom" und "Frontal 21" konnten ihn exklusiv interviewen und 
Schilderungen zum Leben im IS bekommen. Im Interview berichtet er 
auch, dass er in einem Propagandavideo habe mitwirken müssen. Während
der Dreharbeiten seien sieben Menschen erschossen worden. Harry S. 
berichtet: "Ich hab' mich geweigert, ich hab' meine Hand nicht 
gehoben. Dann haben die gesagt: Aber dafür musst du die Flagge 
halten. Also die schwarze Flagge, die man im Video sieht. Das war 
schon brutal und das war auch ein einschneidendes, großes Erlebnis 
für mich, was auch einen großen Beitrag dafür hatte, dass ich gesagt 
habe: Ich bin raus aus dieser Nummer. Ich möchte kein Blut an meine 
Händen haben."

Ein Hauptgrund für radikalen Islamismus ist die 
Orientierungslosigkeit bei jungen Leuten. Ausgenutzt wird sie 
insbesondere über das Internet. Hier werben radikale Islamisten um 
junge Rekruten. "ZDFzoom" startet einen Selbstversuch, lässt sich 
unter falscher Identität von einer jungen Frau für den IS anwerben. 
Die Autorinnen der Dokumentation erleben, wie intensiv um Konvertiten
geworben wird, wie schnell der Kontakt in die radikale Szene 
entsteht.  

Rückkehrer sind laut Einschätzung der Sicherheitsbehörden eine 
ernsthafte Bedrohung. Für den Präsidenten des Bundesamtes für 
Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, ist die Gefährlichkeit der 
Rückkehrer jedoch im konkreten Einzelfall schwer einzuschätzen. Im 
Interview mit "ZDFzoom" sagte er: "Das Problem bei Rückkehrern ist, 
man kann den Leuten nicht hinter die Stirn schauen. Wir wissen nicht,
ob der Rückkehrer, der aus Syrien kommt, ein Rückkehrer ist, der 
wirklich unauffällig ist, oder ein Rückkehrer, der einen Tatplan 
verfolgt. Wir können nicht jeden Syrien-Rückkehrer wegschließen." 

"ZDFzoom" fragt: Wie gefährlich sind sie wirklich? Und wie kann man 
sie stoppen?

Mehr unter www.zoom.zdf.de 

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Telefon: +49-6131-70-12121





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