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ZDF-Programmhinweis
Donnerstag, 21. März 2002, 5.30 Uhr / ZDF-Morgenmagazin
Wolfgang Herles gibt Buchtipps

    Mainz (ots) - Am 21. März 2002, unmittelbar zu Beginn der Leipziger Buchmesse, gibt es im ZDF-Morgenmagazin wieder Literatur-Tipps von und mit Wolfgang Herles. Der Leiter des ZDF-Kulturmagazins "aspekte" hat sieben Neuerscheinungen aus dem aktuellen Angebot der Belletristikverlage ausgewählt, die er live im Studio um 6.20 Uhr und 8.20 Uhr vorstellt.          Mit folgenden Büchern beschäftigt sich Wolfgang Herles:          "Der perfekte Freund", ein Krimi von Martin Suter im Diogenes Verlag          Der 54-jährige Schweizer Autor überrascht mit einem raffinierten Psychothriller im Journalistenmilieu. Fabio Rossi erwacht im Krankenhaus mit einer Kopfverletzung und einem Blackout von 50 Tagen. In der Zwischenzeit hat er den Job als Reporter verloren, seine Lebensgefährtin Norina will nichts mehr von ihm wissen, und die Daten auf seinem Laptop sind manipuliert. Der Romanheld versucht das rätselhafte Unglück auf eigene Faust aufzuklären und stößt auf ein Wirtschaftsverbrechen großen Stils, in das offensichtlich auch sein Freund und Kollege Lucas verwickelt ist.          "Feuer", ein neues Buch von Sebastian Junger im Diana Verlag          Der Autor des Weltbestsellers "Sturm" berichtet in zwölf ausgewählten Reportagen von Naturkatastrophen und umkämpften Krisenherden in aller Welt. Mit beklemmender Präzision schreibt Junger über die verheerenden Waldbrände in den USA, die im Sommer 1992 und 1994 wochenlang wüteten und unermesslichen Schaden anrichteten. Der New Yorker Reporter begleitete eine Hubschrauber-Crew bei den gefährlichen Löscharbeiten im South Canyon, bei denen 14 Feuerspringer verunglückten.          Besonders bewegend sind seine Porträts aus Afghanistan. So erzählt er vom Leben und Tod des legendären Guerilla-Kämpfers Ahmed Schah Massud, der vom Taliban-Regime erbittert verfolgt wurde und im September 2001 einem heimtückischen Attentat zum Opfer fiel.          "Tanz mit dem Schafsmann" und "Untergrundkrieg - Der Anschlag von Tokyo" von Haruki Murakami im Dumont Verlag          Der japanische Erfolgsautor ist in diesem Frühjahr gleich mit zwei Neuerscheinungen präsent. Der Held seines abgründigen Thrillers "Tanz mit dem Schafsmann" ist ein glückloser Schriftsteller aus Tokyo, dessen Leben nach der Scheidung aus der Spur geraten ist. Der 34-Jährige reist nach Sapporo, um hier in der Provinz einen Neuanfang zu wagen. Unterwegs wird er mit bizarren Ereignissen konfrontiert: Er begegnet dem mysteriösen Schafsmann und wird in zwei spektakuläre Mordfälle verwickelt.          Mit seinem Reportageband "Untergrundkrieg" hat Murakami auf den Terroranschlag der Aum-Sekte in der Tokyoter U-Bahn reagiert. Das Buch untersucht die Vorgänge und Folgen dieser Giftgas-Attacke im März 1995, bei der 12 Menschen durch austretendes Sarin-Gas starben und Tausende verletzt wurden. Die Porträts von Tätern und Opfern machen die Ungeheuerlichkeit dieses Terror-Überfalls sichtbar.

    "Grand Tour oder die Nacht der Großen Complication", ein
komödiantischer Roman von Steffen Kopetzky im Eichborn Verlag.
    
    Im Frühjahr 1999 hat der junge Leo Pardell doppeltes Pech: Er ist
um seine kargen Ersparnisse betrogen worden und kann den vollmundig
angekündigten Urlaub in Übersee nicht mehr bezahlen. Statt dessen
verdingt er sich als Aushilfs-Schlafwagen-Schaffner in Berlin.
Während seiner nächtlichen Reisen auf den Schienennetzen Europas
trifft er die merkwürdigsten Leute: französische Schmuggler, korrupte
Kontrolleure, melancholische englische Detektive und reizende
russische Beischlafdiebinnen. Als dann der fanatische Uhrensammler
Friedrich von Reichhausen seinen Weg kreuzt, nimmt Leo Pardells Leben
eine erstaunliche Wendung.
    
    "WUT", Salman Rushdies jüngster Roman im Kindler Verlag
    
    Malik Solanka, 55 Jahre alt und emeritierter Professor für
Kulturgeschichte in Cambridge, steckt in einer Lebenskrise und wird
in letzter Zeit immer häufiger von unerklärlichen Wutausbrüchen
heimgesucht. Um seine Frau und den Sohn vor sich zu schützen, lässt
er die beiden in London zurück und zieht im Sommer 2000 alleine nach
New York. Zuerst genießt der dandyhafte "Solly" das Leben in der
hektischen Metropole in vollen Zügen, doch schon bald wird er von der
zunehmenden Gewalt und dem Hass in der Millionenstadt erfasst. Er
findet keine Ruhe mehr zum Schreiben. Erst als er der bildschönen
Neela Mahendra aus Indien begegnet und sich in sie verliebt, bekommt
der skurrile Romanheld sein Leben wieder in den Griff.
    
    "Der Tote mit meinem Namen", ein neuer Roman von Jorge Semprun im
Suhrkamp Verlag
    
    Mit 20 wurde Semprun als kommunistischer Widerstandskämpfer von
den Nazis nach Buchenwald gebracht. In seinen Büchern "Die große
Reise" und "Was für ein schöner Sonntag!" hat er über die Qualen und
den Überlebenskampf der KZ-Häftlinge geschrieben. Jetzt erinnert sich
der spanische Autor an ein dramatisches Ereignis im Winter 1944, als
es für ihn im Lager um Leben oder Tod ging. Die Front rückte immer
näher, und wie viele politische Gefangene sollte auch er exekutiert
werden. Im Moment höchster Gefahr hatte er "Glück". Das Lagerkomitee
verhalf Semprun zu einer neuen Identität: Ein todkranker Häftling gab
ihm seinen Namen. Lakonisch erzählt der 78-Jährige von seinen
traumatischen Erlebnissen, von der Solidarität der Gefangenen und von
den letzten Lebensstunden des Mannes, dem er seine Rettung verdankt.
    
    
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