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Mainz (ots) -


Mittwoch, 30. März 2016, 22.45 Uhr

ZDFzoom
Dschihad in Europa 
Warum die Terrorgefahr wächst 
Film von Susana Santina, Ron Boese, Nicolai Piechota

Blutiger Terror mitten in Europa, dieses Mal in Brüssel. 35 Menschen 
sterben am Flughafen und in der Metro. Die Botschaft der Täter: Es 
kann jeden treffen. Zu jeder Zeit, an jedem Ort. 

Die Abstände zwischen den Terroranschlägen in Europa werden kürzer. 
Sicherheitsexperten sind sich einig, dass auch Deutschland ein Ziel 
der islamistischen Täter ist. Derzeit sprechen Sicherheitsbehörden 
davon, dass es 440 deutsche Gefährder gebe.

"ZDFzoom" fragt: Warum wächst die Terrorgefahr in Deutschland? 

Die Behörden stufen deutsche Islamisten als Gefährder ein, denen 
Straftaten von erheblicher Bedeutung zugetraut werden. Im Interview 
mit "ZDFzoom" warnt der Vorsitzende der Bundespolizeigewerkschaft 
Ernst Walter: "Der internationale Terrorismus wird keine 
Dauerschleife um Deutschland drehen." 

Die salafistische Szene ist in Deutschland in den vergangenen Jahren 
stark gewachsen. Rund 8500 Menschen werden ihr zugerechnet, 10 
Prozent davon seien gewaltbereit, schätzt das Bundeskriminalamt. Dass
Gewaltakte zu befürchten seien, betont auch der Leiter des 
Verfassungsschutzes NRW, Burkhard Freier, in der Dokumentation: "Es 
gibt eine zunehmende Zahl von Veranstaltungen von Salafisten, bei 
denen sie versuchen, junge Menschen zu rekrutieren und zu 
radikalisieren, dass alles nimmt zu. Deswegen ist der Salafismus nach
wie vor eine dynamisch wachsende Bewegung, die noch nicht bekämpft 
ist. Wir haben festgestellt in den letzten Jahren, dass diese 
Gewaltbereitschaft - nicht nur die Zahl der Menschen, sondern auch 
die Bereitschaft der Menschen - zugenommen haben."

800 Männer und Frauen aus Deutschland sind nach Angaben von 
Sicherheitskreisen bereits nach Syrien und Irak in den Krieg 
ausgereist, ein Drittel sei zurückgekehrt. Wer von den Rückkehrern 
geläutert und wer gefährlich sei, ist schwer zu beurteilen. 

Terrorismus-Experte Peter Neumann vom King's College in London 
erläutert in der Dokumentation die neue Strategie des sogenannten 
Islamischen Staates, den Krieg nach Europa zu tragen. Neumann sagt im
Interview: "Es ist klar, dass der IS Anfang 2015 - das wissen wir von
Berichten verschiedener zurückgekehrter Auslandskämpfer - damit 
begonnen hat, in Syrien europäische Auslandskämpfer zu Kommandos 
zusammenzustellen, die dann den Auftrag hatten, nach Europa 
zurückzukehren, um dort solche Anschläge zu verüben. Deutschland ist 
absolut ein Ziel des IS, es wird auch genannt. Wir wissen, dass es 
konkrete Pläne gibt, hier solche Anschläge durchzuführen. Insofern 
ist Deutschland genauso bedroht wie Belgien, Frankreich und andere 
europäische Staaten."

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