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ZDF-Programmhinweis
Sonntag, 24. März 2002, 23.25 Uhr
Im Glashaus - Das philosophische Quartett

    Mainz (ots) -
    
    Ergänzung bei Thema und Gästen beachten:
    
    Das Imperium schlägt zurück - Glaubenssache Amerika
    
    mit Peter Sloterdijk, Rüdiger Safranski, Prof. Dr. Hans Ulrich
Gumbrecht, Literaturwissenschaftler Stanford University und einem
weiteren Gast
    
    Der Kampf gegen den Terror, den Amerikaner und Europäer nach dem
11. September 2001 gemeinsam aufgenommen haben, droht sie nunmehr
auseinander zu treiben. Die europäische Solidarität mit den USA
bröckelt jetzt im Krieg gegen die "Achse des Bösen". Das schwierige
Verhältnis der Europäer zu den Amerikanern und das Selbstverständnis
einer Großmacht, das ist Thema "Im Glashaus" - bei der neuen Ausgabe
des "Philosophischen Quartetts" am Sonntag, 24. März 2002, 23.35 Uhr
im ZDF.
    
    Die Philosophen Peter Sloterdijk und Rüdiger Safranski diskutieren
mit dem Publizisten Roger Willemsen und dem Literaturprofessor Hans
Ulrich Gumbrecht über die "Glaubenssache Amerika". Peter Sloterdijk
sagt, die USA hätten das "europäische Programm der imperialen
Ordnungsaufgabe in der Welt übernommen". Die Amerikaner würden
gleichsam als die "Neuen Römer" auftreten, die ebenso wie ihr antikes
Vorbild zwischen Isolationismus und Imperialismus schwankten. Im
Unterschied zu den Europäern glaubten die Amerikaner auch in einem
religiösen Sinn daran, dass es das Böse gebe, das mit allen Mitteln
bekämpft werden müsse. Die USA hätten die Auseinandersetzung um die
Weltherrschaft zur Glaubenssache gemacht, so der Befund von Peter
Sloterdijk. Die skeptischeren Europäer könnten so lange nicht wissen,
wer sie sind und was sie wollen, meint dagegen sein Konterpart
Rüdiger Safranski, so lange sie ihr Verhältnis zu Amerika nicht
geklärt hätten. Durch die Nähe zu den USA könne es sich Europa zwar
leisten, die Freiheit zu konsumieren, ohne aber den Preis dafür
bezahlen zu müssen. Europa lebe in einer Art "machtgeschützter
Innerlichkeit", die sich nicht an den Fronten der Macht beweisen
müsse. Was aber machen die Europäer, wenn Amerika an seiner eigenen
Gigantomanie scheitern sollte? Können die Europäer mit ihren
Erfahrungen von Krieg und Terror im 20. Jahrhundert eine Mittlerrolle
einnehmen und womöglich den Amerikanern beibringen, wie eine
Großmacht mit Niederlagen umgehen muss?
    
    Diese und andere Fragen diskutieren Peter Sloterdijk und Rüdiger
Safranski mit Hans Ulrich Gumbrecht und Roger Willemsen. Hans Ulrich
Gumbrecht lehrt an der Universität Stanford in den USA und kann aus
der Innenperspektive über amerikanische Befindlichkeiten berichten.
Roger Willemsen hat seit dem vergangenen September stets kritisch die
Diskurse begleitet, die sich in der veröffentlichten Meinung über den
Anschlag und seine weltpolitischen Folgen niedergeschlagen haben.
    
    Die nächste Ausgabe von "Im Glashaus - Das Philosophische
Quartett" präsentiert das ZDF am Sonntag, 28 April 2002, 23.30 Uhr.
    

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