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ZDF-Politbarometer Januar II 2016
Flüchtlingskrise: Wenig Hoffnung auf europäische Lösung
Fast jeder Dritte hat Angst vor Kriminalität durch Flüchtlinge

ZDF-Politbarometer  Januar  II  2016 / Flüchtlingskrise: Wenig Hoffnung auf europäische Lösung / Fast jeder Dritte hat Angst vor Kriminalität durch Flüchtlinge
Zur Verringerung der Flüchtlingszahlen in Deutschland Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7840 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ZDF/ZDF/Forschungsgruppe Wahlen"

Mainz (ots) - Auch vier Wochen nach den Vorfällen an Silvester in Köln und anderen Großstädten ist eine nur unwesentlich kleiner gewordene Mehrheit der Deutschen von 57 Prozent (Januar I.: 60 Prozent) der Meinung, dass Deutschland die vielen Flüchtlinge, die zu uns kommen, nicht verkraften kann, nur 39 Prozent (Januar I: 37 Prozent) halten das für verkraftbar (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden "weiß nicht").

Kriminalität von Flüchtlingen

Dass durch die Flüchtlinge die Kriminalität bei uns zunehmen wird, meinen 66 Prozent, 31 Prozent haben solche Befürchtungen nicht. Deutliche Mehrheiten von AfD-, FDP-, CDU/CSU- und SPD-Anhängern erwarten eine entsprechende Zunahme der Kriminalität, die Anhänger der Linke sind eher geteilter Auffassung und die der Grünen befürchten das mehrheitlich nicht. In diesem Zusammenhang äußern 30 Prozent aller Befragten, dass sie persönlich Angst vor Kriminalität durch Flüchtlinge haben, 70 Prozent haben da keine Angst. Besonders häufig (42 Prozent) geben Frauen zwischen 35 und 59 Jahren an, Angst zu haben, Opfer von Kriminalität durch Flüchtlinge zu werden.

Lösung der Flüchtlingskrise

Nur 17 Prozent glauben, dass es in den nächsten Wochen zu einer Einigung auf europäischer Ebene kommt, die zu einer deutlichen Verringerung der Flüchtlingszahlen in Deutschland führt. 80 Prozent haben diese Hoffnung nicht. Sollte es nicht zu einer solchen Einigung kommen, meinen nur 19 Prozent, dass es dann Deutschland alleine gelingt, eine wesentliche Verringerung des Zustroms von Flüchtlingen zu erreichen. Gut drei Viertel aller Befragten (77 Prozent) erwarten das nicht.

Wirtschaftliche Schäden durch Grenzkontrollen

Wenn es in Zukunft zu Grenzkontrollen in großem Umfang kommen sollte, befürchtet fast jeder zweite Befragte (46 Prozent), dass dies mit sehr großen oder großen Schäden für die deutsche Wirtschaft verbunden wäre. 50 Prozent rechnen für diesen Fall mit nicht so großen oder überhaupt keinen negativen wirtschaftlichen Folgen. Allerdings glaubt fast niemand (5 Prozent), dass für sehr umfangreiche Grenzkontrollen die vorhandenen Polizeikräfte ausreichen würden (reichen nicht: 92 Prozent).

Angela Merkel weiter ohne mehrheitliche Unterstützung in der Flüchtlingspolitik

Jetzt meinen 41 Prozent (Januar I: 39 Prozent), dass Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik einen guten Job macht, während 54 Prozent (Januar I: 56 Prozent) damit unzufrieden sind. Knapp ein Drittel (31 Prozent) der Befragten glaubt sogar, dass der Streit über die Flüchtlingspolitik Angela Merkel vorzeitig das Amt als Bundeskanzlerin kosten wird. Eine klare Mehrheit von 67 Prozent erwartet das allerdings nicht, darunter besonders viele bei den Anhängern von Grünen, CDU/CSU, Linke und SPD.

Partei-Kompetenzen bei der Flüchtlings- und Asylpolitik

Trotz der mehrheitlichen Unzufriedenheit mit Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik, wird der CDU/CSU am häufigsten (38 Prozent) die größte Kompetenz auf diesem Politikfeld zugesprochen. Danach folgen die SPD mit nur 14 Prozent, die Grünen und die AfD mit jeweils 6 Prozent und die Linke mit 5 Prozent (keine Partei: 15 Prozent; weiß nicht: 15 Prozent).

Projektion

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf 37 Prozent, die SPD auf 24 Prozent und die Linke auf 8 Prozent (alle unverändert). Die Grünen würden 11 Prozent (plus 1) erreichen, die FDP käme auf unverändert 5 Prozent und die AfD auf 11 Prozent (unverändert). Die anderen Parteien erzielten zusammen 4 Prozent (minus 1). Damit würde es aktuell nur für eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD reichen.

TOP TEN: Seehofer verliert vor allem bei den Anhängern von CDU/CSU

Auf Platz eins liegt dieses Mal ganz knapp Frank-Walter Steinmeier. Er erreicht auf der Skala von +5 bis -5 einen Durchschnittswert von 1,9 (Januar I: 2,0). Auf ebenfalls 1,9 (Januar I: 2,0) kommt Wolfgang Schäuble. Danach folgen Angela Merkel mit unveränderten 1,0, Sigmar Gabriel mit 0,6 (Januar I: 0,7) und Gregor Gysi mit 0,5 (Januar I: 0,7). Heiko Maas hat es zum ersten Mal in die Top Ten geschafft und kommt auf 0,5. Ebenfalls 0,5 (unverändert) erreicht Thomas de Maizière vor Ursula von der Leyen mit 0,4 (Jan. I: 0,3). Deutliche Einbußen, vor allem bei den Anhängern der CDU/CSU, muss Horst Seehofer hinnehmen, der nur noch auf 0,4 (Januar I: 0,7) kommt. Neues Schlusslicht mit minus 0,6 ist Sahra Wagenknecht, die es wieder unter die Top Ten geschafft hat.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 26. bis 28. Januar 2016 bei 1 380 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/- zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 38 Prozent, SPD: 26 Prozent, Linke: 6 Prozent, Grüne: 12 Prozent, FDP: 5 Prozent, AfD: 11 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 19. Februar 2016.

Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de

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