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Mainz (ots) -

Donnerstag, 21. Januar 2016, 0:45 Uhr

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Spur nach Moskau
Warum musste Litwinenko sterben?
Film von Egmont R. Koch

2006 starb in London der ehemalige KGB-Offizier Alexander Litwinenko 
an einer Vergiftung durch radioaktives Polonium. Indizien deuten auf 
den russischen Geheimdienst als Auftraggeber. In einem öffentlichen 
Anhörungsverfahren in London wurden in den letzten Monaten viele 
Details des Polonium-Mordes bekannt. Russland weigert sich bis heute,
die beiden mutmaßlichen Mörder Andrei Lugowoi und Dmitri Kowtun nach 
England auszuliefern.

Alexander Litwinenko starb am 23. November 2006 in der Londoner 
Universitätsklinik. Drei Wochen zuvor war er mit radioaktivem 
Polonium vergiftet worden, das seinen Körper von innen zerfraß. Die 
mutmaßlichen Mörder waren schnell identifiziert: Andrei Lugowoi und 
Dmitri Kowtun, zwei Geschäftsleute mit Verbindungen zum russischen 
Geheimdienst. Die britische Justiz erließ internationale Haftbefehle,
doch der Kreml weigert sich, Lugowoi und Kowtun auszuliefern. In 
einem öffentlichen Anhörungsverfahren vor den Courts of Justice in 
London, für das die Witwe Marina Litwinenko jahrelang gekämpft hatte,
wurden viele Einzelheiten und Umstände der Tat bekannt. Und die 
Indizien deuten darauf hin, dass Präsident Putin zumindest davon 
wusste. 

Egmont R. Koch geht in seiner Reportage diesen Vorwürfen nach. Er 
trifft in Moskau, Sankt Petersburg und an der amerikanischen Ostküste
Freunde und ehemalige Kollegen von Litwinenko. Sie sind davon 
überzeugt, dass es sich bei dem Giftanschlag um einen Staatsmord 
handelte. Litwinenko und Putin trafen sich ein einziges Mal 
persönlich, im August 1998. Damals versuchte der Offizier des FSB 
(vormals KGB), seinen obersten Chef, den gerade ernannten 
FSB-Direktor Wladimir Putin, von der grassierenden Korruption im 
Geheimdienst zu überzeugen. Putin wollte davon nichts wissen, befahl 
stattdessen, Litwinenkos Privattelefon anzuzapfen und ihn zu 
überwachen. 

Seit diesem Ereignis herrschte eine erbitterte Feindschaft zwischen 
den beiden. Und blanker Hass. 2000 floh Litwinenko mit seiner Familie
nach London, wo er seine Vorwürfe Richtung Kreml verschärfte. Er 
behauptete, Putin habe in seiner Vergangenheit mit der Russenmafia 
kooperiert und am Drogenschmuggel partizipiert. Aber waren diese 
Beschuldigungen gerechtfertigt? Oder hatte er sie erfunden, um dem 
Präsidenten zu schaden? "Litwinenko war besessen von der Idee, Putin 
als Präsident stürzen zu können", erinnert sich sein Freund, der 
Historiker Juri Felshtinsky. Irgendwann habe der FSB offenbar 
geglaubt, ihn zum Schweigen bringen zu müssen.
 

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