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Mittwoch, 2. Dezember 2015, 23:15 Uhr

China - der wankende Riese
Der Börsencrash und seine Folgen
Film von Katja Eichhorn und Thomas Reichart

Chinas Börsencrash hat eine unangenehme Wahrheit ans Licht gebracht. 
Die Wirtschaft des Landes lahmt, der Riese wankt und droht dabei auch
deutsche Unternehmen mitzureißen.

"In China ist ein Sack Reis umgefallen", sagt man in Deutschland 
gern, wenn etwas als besonders unwichtig erscheint. In diesen Wochen 
fallen Milliarden Reissäcke auf einmal um. Und ihr Beben erschüttert 
die ganze Welt.

Im August stürzen in China die Kurse um über 40 Prozent ab. Die 
Exporte vieler deutscher Firmen brechen wegen der Wirtschaftskrise 
dort ein. Es verpufft die Gewissheit, dass es im Reich der Mitte nur 
nach oben gehen kann und alle daran mitverdienen.

Die Opfer des Börsencrashs sind die vielen kleinen Anleger im Land 
selbst, die den Versprechungen der chinesischen Regierung glaubten, 
dass sie mit Aktien reich werden. Sie nahmen dafür sogar Kredite auf 
und haben nun all ihr Erspartes verloren. Das hat nicht nur Chinas 
Hunger nach neuen Waren einen schweren Dämpfer versetzt, sondern auch
der Glaubwürdigkeit der Regierung in Peking geschadet.

Die China-Korrespondenten Katja Eichhorn und Thomas Reichart sind den
Ursachen und Folgen dieses Bebens nachgegangen. Sie machen deutlich, 
wie groß die Abhängigkeit der Welt vom Wachstum in China ist. Der 
"Made in China"-Boom hat nicht nur China reich und mächtig werden 
lassen, sondern in den letzten Jahren mit über einem Drittel zum 
globalen Wirtschaftswachstum beigetragen.

Doch Chinas Erfolgsformel - billige, einfache Produkte für die Welt -
ist verbraucht. In ehemaligen Wachstumszentren schließen Fabriken, 
weil die Lohnkosten zu hoch sind, weil einfache Waren anderswo noch 
günstiger hergestellt werden können. Zhang Huarong etwa, größter 
Hersteller von Damenschuhen weltweit, verlagert einen großen Teil der
Produktion nun nach Äthiopien. Das sei China wie vor 30 Jahren, 
schwärmt der Unternehmer vor seinen Kunden.

Chinas Schwäche trifft auch Deutschland. Der Anteil des 
China-Geschäfts von BMW liegt bei fast 19 Prozent, Volkswagen etwa 
erwirtschaftet ein Drittel seines Umsatzes in China. Aber verheerend 
wäre ein dauerhafter Einbruch auch für viele deutsche Mittelständler,
die auf das Wachstum im Reich der Mitte gesetzt haben.

Das Fazit der ZDF-Chinakorrespondenten: Wenn China wachsen will, muss
es statt billigem "Made in China" mehr eigene Ideen haben. Das Land 
muss sich öffnen, die allmächtige Partei sich weiter zurückziehen. 
Die Chancen dafür sind nicht gerade glänzend. 

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