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Rupert Neudeck plädiert für neue Entwicklungspolitik
Cap Anamur-Mitbegründer zu Gast bei Philosoph Richard David Precht im ZDF

Bildtext: Richard David Precht im Gespräch mit Rupert Neudeck, Mitbegründer Cap Anamur. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7840 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/ZDF/ZDF/Juliane Eirich"

Mainz (ots) - Die Welt ist in Bewegung: Der reiche Westen erlebt zurzeit eine Flüchtlingswelle wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Unter dem Titel "Welt in Bewegung - Die Flüchtlinge und wir" begrüßt Richard David Precht im ZDF am Sonntag, 13. September 2015, 0.00 Uhr, Cap-Anamur-Mitbegründer Rupert Neudeck, der sich seit 36 Jahren für das Schicksal von Flüchtenden einsetzt.

Rupert Neudeck fordert in "Precht" angesichts der aktuellen Situation eine vollkommen neue Ausrichtung der europäischen Entwicklungspolitik. Neudeck: "Wir müssen eine Politik betreiben, die wir bisher unter einem merkwürdig falschen Titel betrieben haben, das nannte sich Entwicklungspolitik. Das ist deshalb ein falscher Begriff, weil meine besten afrikanischen Freunde mir immer sagen, entwickeln tun wir uns schon selbst. Wir brauchen Berufsausbildungsprojekte in den afrikanischen Ländern. Das ist das, was uns die jungen Menschen aus Afrika sagen."

Neudeck plädiert dafür, statt einer flächendeckenden Entwicklungspolitik in Afrika Leuchtturmprojekte in ausgesuchten Staaten einzurichten, um die wirtschaftlichen Kräfte des jeweiligen Landes zu fördern. So genannte "gescheiterte Staaten", wie Somalia oder Libyen kämen nicht dafür infrage, dafür aber funktionierende Länder wie Tansania oder Ghana. Jedes Mitgliedsland der Europäischen Union solle zwei Partnerländer gezielt fördern. Die herkömmliche Entwicklungspolitik setze nicht auf Förderung der aktiven Kräfte im Lande, so Neudeck. Stattdessen exportiere die EU weiterhin subventionierte landwirtschaftliche Produkte, die auf dem Markt in Lomé, der Hauptstadt Togos, billiger seien als die einheimischen Güter.

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